Nachbarschaft

Veröffentlicht am 15.07.2020 von Gerd Appenzeller

Richard Gamp, 17, Landesschulsprecher aus Berlin-Tegel.

Es ist ein bemerkenswerter junger Mann, der da von den 24 Vertreterinnen und Vertretern der Bezirksschülerausschüsse zum Landesschulsprecher gewählt wurde: Richard Gamp, 17 Jahre alt, Schüler am Tegeler Humboldt-Gymnasium. Schulstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) hat ihn jetzt getroffen und sich mit ihm über Reinickendorfer und andere Schulprobleme unterhalten. Richard Gamp ist jetzt also Sprecher von 350.000 Berliner Schülerinnen und Schüler, seine Funktion ist bei der Senatsverwaltung angesiedelt, und die sollte das nicht als eine reine Formalia ohne Wirkung behandeln, denn gerade in Zeiten von Corona und gefährdeten Abi-Prüfungen muss ein Landesschulsprecher die Sorgen und Wünsche der Betroffenen artikulieren. Das hat Richard Gamp auch getan.

Über seine ganz persönlichen Corona-Erfahrungen hat er kürzlich in einem Tagesspiegel-Gespräch mit einer stellvertretenden Schulleiterin berichtet. Zum Beispiel, dass da zum ersten Mal in seiner Schulzeit die Toiletten vernünftig gereinigt worden seien. Er lobte seine engagierte Biologie-Lehrerin, die regelmäßig per Mail nachgefragt habe, wie es läuft. Aber es habe auch Lehrer gegeben, von denen er die ganze Zeit über nichts gehört habe. Und als besonders positiv fiel ihm auf: Die Schüler haben mehr aufeinander aufgepasst.

Das erste Mal wurde ich auf vor drei Jahren auf ihn aufmerksam, da wurde er im Wettbewerb „Jugend forscht“ Landessieger im Fachgebiet Biologie. Damals habe ich mir sein Projekt „Auswirkungen des globalen Mikroplastikproblems am Beispiel einer Meerwasserpflanze“ notiert, an dem er zusammen mit Julian Karimi arbeitete. Inzwischen ist er im Leistungskurs Chemie, auch Physik interessiert ihn sehr, Chemie will er studieren, wenn er im nächsten Jahr sein Abi hat, und dann vielleicht in der Chemieindustrie arbeiten.

Vielleicht wäre auch die Politik eine Alternative, sagt er mir gestern. Er ist in der Schülerunion engagiert, vor drei Jahren beschloss er, sich Richtung CDU zu orientieren. Aber Richard Gamp ist alles andere als nur Politik- und Wissenschaft-fixiert. Seit vielen Jahren legt er bei Vereinsfeiern und Hochzeiten auf, so zwei bis drei Mal im Monat unterhält DJ Richi bis zu 100 Leute, das macht ihm Spaß. Wer darüber mehr erfahren will, kann eine Mail schicken an: DJ-Richi@web.de

Wer aber Schulsorgen hat, muss sich nicht an den Entertainer, sondern an den Landesschulsprecher Richard Gamp wenden, und zwar so: richard.gamp.lsa@gmail.com – Text: Gerd Appenzeller
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