Nachbarschaft

Veröffentlicht am 11.11.2020 von Gerd Appenzeller

Der TXL-Planer: Philipp Bouteiller, Geschäftsführer.

Es ist acht Jahre her, dass ich Philipp Bouteiller das erste Mal zu einem Gespräch über die Zukunft jenes Geländes traf, auf dem der Flughafen Tegel liegt. Er hatte sein Büro im Verwaltungstrakt der Flughafengesellschaft, und schon damals schwärmte er von der „Urban Tec Repulic“, von jener „Smart City“, in der alle Bereiche der Energieversorgung, der Abfallbeseitigung, oder, noch besser, der Abfallvermeidung, elektronisch gesteuert werden. Er erzählte von ökologischen Bauverfahren, von der Verwendung von Holz statt Beton. Das einzige, was seinen Tatendrang bremsen konnte, war das sich wie ein Berg auftürmende Desaster in Schönefeld, der nicht fertig werdende Flughafen BER, ohne dessen Inbetriebnahme die Zukunft Tegels nicht beginnen konnte.

Jetzt, am Sonntagnachmittag, aber strahlte Philipp Bouteiller, als er sah, wie der Airbus der Air France zur Startbahn rollte. Denn da wusste er, dass er nun ein Projekt umsetzen konnte, was zur Lebensaufgabe geworden war. Der 1968 in Freiburg im Breisgau geborene Bouteiller studierte in Berlin und London, arbeitete für die Unternehmensberatung McKinsey, und stieg dort aus, als seine Frau das erste Kind erwartete. Dann kam 2012 das Tegel-Angebot. Das klang auch deshalb verlockend, weil ja in diesem Jahr der neue Flughafen eröffnet werden und Tegel sechs Monate danach geschlossen werden sollte. Hier der erste Text von 2012 aus dem Tagesspiegel-Archiv.

Was auf den ersten Blick wie eine jede Initiative lähmende Verzögerung wirkte, erwies sich nach ruhiger Analyse als großer Vorteil. Die Schlampereien am BER brachten jene Zeit, die alle Beteiligten zu einer sorgfältigen Ausarbeitung des TXL-Nachfolge-Konzeptes nutzen konnten. Mein Kollege Ralf Schönball hat Philipp Bouteiller im Frühsommer diesen Jahres in Tegel in der Haupthalle des Terminal A getroffen und über seine Träume, Hoffnungen und Sorgen mit ihm gesprochen. Hier ist sein Text.

Dieser Text stammt aus dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Reinickendorf.
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