Nachbarschaft

Veröffentlicht am 26.05.2021 von Gerd Appenzeller

Amir und die Säbelzahnwurstkönigin haben das Licht der Buchwelt erblickt – und ihre Schöpferin, Dorothee Bernhardt, ist völlig zu Recht stolz auf dieses Kinderbuch, von dem ich jetzt schon zu prophezeien wage, dass es Mädchen und Jungen begeistern wird. Gerade habe ich mit der Frohnauer Autorin darüber gesprochen.

Newsletter-Leserinnen und Lesern, die schon etwas länger dabei sind, ist die Mutter dreier Kinder, im Hautberuf bei der Deutschen Bank in der Berliner Zentrale tätig, ein Begriff. Im April des vergangenen Jahres habe ich sie und ihr jüngstes Projekt erstmals vorgestellt – hier können Sie den Text noch einmal zur Einstimmung lesen.

Seitdem hat sich viel getan. Nach dem Aufruf im Reinickendorf-Newsletter, dass junge Testleserinnen und Testleser gesucht werden, meldeten sich viele Kinder selbst, aber auch deren Eltern.

Mehr als 60 Kinder waren es innerhalb weniger Stunden. Sie waren von der Geschichte begeistert, gaben aber auch wichtige Anregungen, die Dorothee Bernhardt verarbeitete. Eine Frage, die ich ihr schon vor einem knappen Jahr und jetzt erneut stellte, war:

  • Was hat Sie auf die Idee gebracht, eine märchenähnliche Geschichte um Nacktmulle zu schreiben, eine Tierart, die auf den ersten und auch auf den zweiten Blick nichts Kuscheliges an sich hat?

Dorothee Bernhardt erzählte mir, wie sie davon hörte, dass das Max-Delbrück-Institut in Berlin an Nacktmullen forscht. Sie lernte, dass diese nur kaum 50 Gramm schweren und zwischen fünf und 15 Zentimeter langen Tiere im Osten Äthiopiens, im Somaliland, in unterirdischen Höhlensystemen leben. Nacktmulle sind nackt, Säugetiere, und sehr soziale Wesen, die in großen Gemeinschaften zusammen leben. Dorothee Bernhardt fand, dass eine so merkwürdige Tierart mehr Aufmerksamkeit verdiene, und machte sie zu einem Mittelpunkt einer märchenhaften Erzählung für Kinder.

Der andere Ankerpunkt ist Amir. Wenn man verstehen will, wie Amir und die Säbelzahnwurstköngin zusammenfanden, schaut man sich am besten den Trailer an, den Dorothee Bernhardt bei Youtube für ihr Buch laufen lässt, da wird ein Zipfel des Geheimnisses gelüftet – bitte sehr: Youtube.

Aber, fragte ich dann weiter, liebe Frau Bernhardt, bei aller Sympathie für die Nacktmulle: haben Sie denn überhaupt schon mal welche gesehen? Oh ja, sagt sie ganz begeistert, im Tierpark Friedrichsfelde gibt es welche, und ich durfte schon mal eines in die Hand nehmen, da gibt es ein großes Terrarium mit Gängen aus durchsichtigem Kunststoff, da kann man den Tieren zuschauen. Und wie um zu demonstrieren, dass man vor den Nacktmullen keine Angst haben muss, trägt sie demonstrativ ein T-Shirt mit der Abbildung eines prächtigen Nacktmulls.

Was die phantasievolle Geschichte von Amir und den Nacktmullen so anschaulich macht und gleich mit Sympathien für diese kleinen Tiere erfüllt, sind die Illustrationen. Sie sind von Katrin Merle, die ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, hier vor einer Woche vorstellte – da wusste ich noch nicht, dass sie das Buch illustriert hat. Und so schließt sich der Kreis. Jetzt gibt es das Buch im Buchhandel, hier sind alle Einzelheiten über Verlag und Titel:

  • Amir und die Säbelzahnwurstkönigin, von Dorothee Bernhardt, illustriert von Katrin Merle, Verlag tredition, gebunden 19,99 Euro, Taschenbuch 12,95 Euro.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: gerd.appenzeller@tagesspiegel.de