Nachbarschaft

Veröffentlicht am 21.06.2023 von Lisa Erzsa Weil

Solidarität mit Menschen zu zeigen, die von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind, sich zu vernetzen, gemeinsame, zentrale und dezentrale Aktionen durchzuführen, Wissensvermittlung und -transfer zu betreiben – dafür will sich in Reinickendorf ein neu gegründetes, zivilgesellschaftliches Netzwerk einsetzen.

Das bezirksweite Netzwerk namens „Reinickendorf aktiv für Demokratie und Vielfalt“ ist auf Initiative der „Omas gegen Rechts“ entstanden. Erste Vorbereitungstreffen des Orga-Teams gab es seit vergangenem Herbst. Seit Februar kamen auch die Netzwerkpartner:innen immer wieder im Stadtteilzentrum Haus am See zusammen, um sich zu besprechen.

Eine offizielle Gründungsveranstaltung gab es dann am Dienstagabend, 13. Juni, vor dem Reinickendorfer Rathaus, bei der die 16 Erstunterzeichner:innen die Charta des Netzwerks unterschrieben. Bei der Veranstaltung waren insgesamt 60 Vertreter:innen von Reinickendorfer Vereinen, Gemeinden und Initiativen anwesend.

In der Charta heißt es unter anderem: „Gemeinsam treten wir aktiv und entschlossen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ein. Wir stellen uns schützend vor Betroffene rechter, rassistischer, queerfeindlicher und anderer menschenverachtender Angriffe.“ Außerdem ist es dem Netzwerk wichtig, die Beteiligungsmöglichkeiten aller Menschen zu stärken: „Alle sollen in der Lage sein, ihre Persönlichkeit zu entfalten und an Entscheidungsprozessen teilzuhaben – unabhängig davon, wie lange sie hier leben.“

Auf die Frage, was konkret geplant sei, sagt Gabriele Biwanke-Wenzel von „Reinickendorf aktiv für Demokratie und Vielfalt“, dass es in Zukunft auch gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen geben soll: „Wir wollen uns innerhalb des Netzwerks gegenseitig unterstützen und stellen uns breit auf.“ Wichtig sei, zu zeigen: „Wir sind viele! Es gibt nicht nur die, die laut schreien und rassistische, menschenverachtende Gesinnung verbreiten. Doch es gibt auch viele, die in Reinickendorf aktiv für andere Werte eintreten. Diese Menschen wollen wir auf möglichst vielen Ebenen ansprechen.“

Zum Netzwerk gehören bisher: das Afrika Medienzentrum, das Mehrgenerationenhaus Berlin-Reinickendorf, Albatros gGmbH, Omas gegen Rechts, der Quartiersrat Letteplatz sowie der aus der Auguste-Viktoria-Allee, das Stadtteilzentrum Haus am See / Lebenswelt gGmbH, der Salam Kultur- und Sportclub, der Verein Lette Nachbarn, die Ev. Evangeliums Gemeinde, der Verein Home of World, das Medienkompetenzzentrum Meredo, Regenbogen Reinickendorf, Register Reinickendorf, das Reinickendorfer Bündnis für Solidarität und gegen rechte Unterwanderung, Willkommen in Reinickendorf (Wir) sowie Kein Abseits. Extern koordiniert wurden die bisherigen Prozesse u. a. durch die Partnerschaft für Demokratie und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus.

Renate von den Omas gegen Rechts ist froh, „dass sich dieses Netzwerk jetzt gründet. Wir brauchen in der Reinickendorfer Zivilgesellschaft eine starke Stimme für Vielfalt und gegen Diskriminierung.“

  • Foto: Anne Schönfeld. Darauf zu sehen ist Josephine Ngan von Home of World e.V. Der Verein ist eine der Erstunterzeichner:innen der Charta des Netzwerks „Reinickendorf aktiv für Demokratie und Vielfalt“.
  • Kontakt zum Netzwerk via reinickendorf-aktiv@gmx.de