Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 13.02.2018

zurück in der Heimat, zurück aus Österreich, zurück aus dem überfüllten ICE mit entspannten Urlaubern aus Berlin: „Wat?! Sie ham ’ne Sitzplatzreservierung – kann ja jeder behaupten!?!“ Ach, herrje.

Im kuscheligen ICE zwischen Salzburg und Spandau also lasen wir eine Mail von Swen Schulz, SPD. Sie erinnern sich: Der hatte sich neulich gewundert, dass bei der Einfahrt seines Zuges in Spandau das Berggruen-Museum auf dem ICE-Display aufleuchtete (Foto). Äh, das liegt doch in Charlottenburg? Gestern Abend legte prompt ein anderer verwunderter Bürger nach – mit einem Foto aus Pankow, das den ICE-Halt in Spandau illustrierte: „rätselhaft“ (Foto)

Warum kein Spandauer Motiv? Individuelle Einzelwünsche könne man bei 100 ICE-Bahnhöfen nicht erfüllen, schreibt Alexander Kaczmarek, Berlin-Chef der Bahn, an Swen Schulz. Der Brief liegt dem Spandau-Newsletter vor. Inhalt: Generell wolle man nicht nur Rathäuser zeigen. Die Bahn wähle „bewusst interessante Motive aus, die es in der Stadt zu entdecken gilt“. Der Knaller: „Die Eigenständigkeit und das Selbstbewusstsein des schönen Bezirks Spandau ist mir wohl bekannt. Gleichwohl bitte ich um Verständnis, dass mit Blick auf auswärtige Fahrgäste der erste Halt in Berlin auch in Zukunft mit Berliner Bildern beworben wird.“

Und dass die Zitadelle Spandau rein gar nichts mit Berlin zu tun hat, haben wir ja zuletzt ausführlich gelernt – stimmt’s?

André Görke ist stellvertretender Ressortchef des Berlin-Teils, ist in Spandau aufgewachsen und dankt Robert Klages fürs Einspringen letzte Woche (sowohl beim Newsletter als auch am Dönerstand in Hakenfelde). Kritik, Tipps, Termine, Fotos: spandau@tagesspiegel.de

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