Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 28.08.2018

gut was los auf der Altstadt-Agenda. Das Pflaster soll glatter werden („Stolperfallen“), der Brunnen kommt weg, die Rampe zum U-Bahnhof ebenso, das Postviertel entsteht, Bäume sollen Schatten geben am Markt und …

Nächste Etappe: Spandaus neuer Uferweg. Auf der Altstadt-Seite können Bürger am Fluss spazieren, auf der anderen Uferseite: Gestrüpp, Bauschutt, Angler. Doch das ändert sich. Im Dezember hatten wir die Studie im Spandau-Newsletter angekündigt, jetzt ist sie da: Der neue Uferweg könnte von Spree Ecke Havel bis zur Kleingartenkolonie an der Dischingerbrücke führen. Von dort hätte man einen hübschen Blick über die Havel gen Postviertel, Rathaus und Altstadt. „Könnte eine breite Flaniermeile werden und würde das Ufer beleben“, erzählte uns jetzt Stadtrat Andreas Otti, AfD. Im Umweltausschuss wird die Machbarkeitsstudie am Mittwoch, 17 Uhr, erstmals vorgestellt. Gut: Auch ein festes Restaurantschiff an Spree Ecke Havel ist eingeplant – ein Antrag aus der CDU-Kombüse um Arndt Meißner. Haken beim Uferweg: Grundstücke müssten erworben werden, „was durchaus einige Jahre in Anspruch nehmen kann“.

Nächste Etappe: Spandaus neues Kulturhaus. Noch mal Altstadt: Im Rathaus wurde jetzt die wichtige Studie zum Kulturhaus am Fluss vorgestellt. Fakten: Das Kulturhaus mit seinem Mini-Saal (1987 erbaut, 144 Plätze) ist zu klein, der gegenüberliegende Seniorenclub marode. Würde das Kulturhaus lediglich auf dem Parkplatz erweitert (Foto), entstünde ein fensterloser Klotz an der Breiten Straße – dabei ist diese schon hässlich genug durch die zwei Parkhäuser. Besonders blöd: Zu klein wäre der neue Saal auf dem Parkplatz auch noch (350 Plätze). Kurzum: Mehr Platz wäre auf dem Grundstück des Seniorenclubs (Konzertsaal für 500 Gäste). Architekt Christian Hartmann (von ihm stammt die Studie) hat das im Rathaus mal auf eine Leinwand projiziert – hier zu finden. Dort könnte auch ein Café entstehen. Der Seniorenclub mitsamt Kulturbüros könnte ins heutige, dann sanierte und erweiterte Kulturhaus ziehen – übrigens neben dem Mühlengraben, der mal dringend eine frische Idee vertragen könnte. Kosten: 30 Millionen Euro.

„Ich werde das nicht mehr erleben.“ Kulturstadtrat Gerhard Hanke, CDU, warb für diese kulturelle, städtebauliche Chance, allerdings: „Ich werde das nicht mehr erleben.“ Betretenes Schweigen im BVV-Saal. Hanke: „Ich meine dienstlich!!!“ Zehn Jahre sind fürs Projekt Kulturhaus bestimmt nötig.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Kritik, Tipps, Termine: spandau@tagesspiegel.de

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