Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 20.11.2018

Ziemlich irre, was 2019 in Spandau alles ansteht. In die dösende Altstadt sollen 50 Millionen Euro fließen – im Jahr 2019 wird’s endlich konkret: Im Sommer geht’s los mit der Baustelle an der Kirche St. Nikolai. Und auch für die Universität in der Fußgängerzone wird 2019 entscheidend, dazu gleich mehr von Gabriele Fliegel („Halt, Halt, ich muss Ihnen was erzählen für den Spandau-Newsletter!“). Dabei bleibt’s aber nicht. Treten wir kurz zurück – bitteschön, hier die Top-Projekte für 2019:

  • 1000 Wohnungen für die Wasserstadt. In Haselhorst wurde 2018 mit dem Bau der ersten 360 Wohnungen am Fluss begonnen, die 2020 fertig sein sollen. Putzig! Denn: Das war erst der Anfang. 2019 wird Baustart sein für die nächsten vier Wasserstadt-Projekte mit über 1000 Wohnungen. „Fertigstellung: 2021“.
  • Baustart Postbrache. Im Herbst 2019 wird die Pakethalle als letzte Ruine (Foto) auf Spandaus zentralster Brache abgerissen. Im Jahr danach ist dann endlich konkreter Baustart fürs neue Quartier – mit 80-Meter-Turm, zwei Hotels, Tiefgarage (330 Stellplätze), Büros und Cafés am Fluss. Welche Geschäfte dort einziehen? Primark? Eine Fitnesskette? Vermarktung: 2019.
  • Millionen für die Bundespolizei. Nur noch sieben Wochen, dann endet die Geschichte der Knobelsdorf-Kaserne als riesiges Flüchtlingsquartier: Am 31.12.2018 stehen alle Betten leer – Komplettauszug. Ab 2019 wird’s konkret mit der Feinplanung fürs neue Bundespolizei-Viertel. „Spandau CSI“ entsteht in Wilhelmstadt: 300 Mio Euro werden ab 2021 verbaut. Nutzer: Zoll-Waffenträger, 500 Bundespolizisten und das rustikale Truppe vom SEK. In Spandau werden die Spezialeinheiten für „chemische, biologische, radiologische und nukleare Attacken“ stationiert (Quelle: Kai Wegner, CDU). Heißt aber auch: Die bringen Familien mit nach Spandau. Hallöchen, Nachbarn.
  • Das neue Luftwaffenmuseum. 2019 soll endlich feststehen, wie viel der Umbau des Luftwaffenmuseums Gatow kostet. Dauer: 10 Jahre. Es geht um die Sanierung der Hangars und das neue Eingangsgebäude (bislang ein muffiger Container). Eine große Nummer für Spandau, sonst hätte sich die Verkehrstruppe um Helmut Kleebank, SPD, neulich nicht allen Ernstes für den U-Bahn-Bau dorthin ausgesprochen („viele Besucher durch den Museumsausbau“). Nicht lachen!
  • Siemens-Campus … und Siemensbahn? 2019 beginnt laut Stadtrat Frank Bewig, CDU, die Feinplanung für den neuen Siemens-Campus zwischen Nonnendammallee und Siemensbahn an. Investition: 600 Mio Euro. 2021 werden die Bagger kommen. Und wann fällt konkret eine Entscheidung zum Wiederaufbau der Siemensbahn? Setzt sich Regine Günther (parteilos, für Grüne) politisch für den Weiterbau gen Wasserstadt ein oder nicht? Die Verkehrssenatorin dieser Stadt sagte uns dazu: „…“.

Vielleicht kriegen wir ja 2019 eine Antwort. Unsere Anfrage liegt seit eineinhalb Wochen in Günthers Büro.

André Görke ist stellvertretender Berlin-Chef beim Tagesspiegel und groß geworden in Spandau. Tipps, Termine, frische Ideen: spandau@tagesspiegel.de

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