Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 25.06.2019

Neues von der Heerstraße – Berlins wichtigster Pendlerstrecke im Westen. Heute Morgen, kurz vor 6 Uhr, ploppte Post von Paul Fresdorf, FDP, in der Mailbox auf. Betreff: Dauerärger auf der Heerstraße. Die nutzen 50.000 Leute täglich, dauernd zickte die Technik rum und verweigerte die Freigabe der dritten Fahrspur. Folge: Stau ohne Ende. Fresdorf hat wie versprochen beim Senat nachgehakt und wollte es im Abgeordnetenhaus schriftlich haben. Bitteschön, hier ganz frisch für Sie, die Antwort – Drucksache Nr. 19824: Die Technik fiel laut Senat in den letzten vier Monaten an 40 Tagen aus. Rechenbeispiel für Pendler, die da jeden Morgen lang müssen (ob im BVG-Bus oder im Auto): Macht bei 25 Minuten extra jeden Tag mal eben 1000 Minuten insgesamt –  also 17 Stunden Stau zusätzlich. Gründe: „Totalausfall“, „Verriegelungsfehler“, „Ausfall der Streckensteuerung“, „Kabelarbeiten“…

Apropos Kabelarbeiten: Wo lag denn jetzt der Fehler? Interessant, was Staatssekretär Ingmar Streese (Grüne) aus seinem Expertenkreis berichtet. Die Tüftler suchten seit Sommer 2018 nach dem Fehler – und wurden fündig. „Es hat sich eine sub-optimale Streckenführung der Kabel als verursachendes Element der Fehlerkette herauskristallisiert“, schreibt Streese. Gebuddelt wurde allerdings nicht an der Heerstraße, sondern viele Kilometer nördlich. Streese: „Konkret wurde die Ursache durch das Ziehen einer neuen Kabelstrecke im Bereich Bahnhof Spandau zwecks Verkürzung der derzeit sehr langen (und damit fehleranfälligen) Kabelstrecke behoben.“ Baumaßnahme: beendet. Eine modernere Anlage (Baujahr 1970) wird’s nicht geben. Die 15 Brücken mit den dynamischen Anzeigetafeln waren ein Forschungsprojekt des Verkehrsministeriums in Bonn. Schlusskommentar von FDP-Mann Fresdorf: „Es wäre sehr wünschenswert, wenn dieses von der Idee her tolle Produkt ohne Fehleranfälligkeit laufen würde, dann könnte es sogar zu einem Modell für weitere Ein- und Ausfallsstraßen in Berlin werden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“ – André Görke
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