Intro
von André Görke
Veröffentlicht am 17.09.2019
Im Rathaus von Berlin-Spandau stinkt’s. Und das liegt an den Zigarettenstummeln auf dem Asphalt. Gollaleh Ahmadi, Grüne, rümpft die Nase und sagt: „Da, da, da.“ Denn da, da, da liegen Kippen auf den Gehwegen – als wäre es das normalste der Welt, seinen Dreck wegzuwerfen. Wo ihr das besonders krass aufgefallen ist? Am Bahnhof, einer BVG-Haltestelle, am Spielpl… „nein, überall“, sagte sie mir. Seit einem Jahr sind die Stummel auf der Agenda der Grünen in Spandau – jetzt wird’s ernst. Jetzt hat Ahmadi dem Stadtrat Stephan Machulik, SPD, einen Fragenkatalog ins Rathausbüro geschickt (Drucksache Nr. 389). Tenor: Wie ernst wird das Thema vom Ordnungsamt genommen? Ihre These: „Nicht so sehr, wie ich es mir wünsche“, schrieb mir Ahmadi in der Nacht.
„Gift für Kinder.“ Ahmadi geht’s nicht nur um die Umwelt (Brandgefahr, Trinkwasser-Vergiftung, ff.), sondern um mehr: „Es entstehen Vergiftungsgefahren für Kleinkinder, wenn diese die Zigarettenstummel in den Mund nehmen, zerbeißen, verschlucken.“ Und: „Zigarettenstummel hinterlassen außerdem im Stadtbild den Eindruck fehlender sozialer Kontrolle.“ Tenor: Was scheren mich die 23.000 BSR-Mülleimer?! Ahmadi war übrigens selbst Raucherin. „Ich habe aber mit etwas Mühe und meiner Gesundheit zuliebe aufgehört.“
Ab 1. Januar 2020 wird’s teurer. Könnte sich also finanziell lohnen. Zumindest theoretisch, wenn sich die Leute vom Ordnungsamt nicht gerade um Couchgarnituren am Straßenrand, Falschparker oder Oma Kasupkes Sorgen kümmern – „das Ordnungsamt ist gut ausgelastet und chronisch unterbesetzt“, sagt Ahmadi. Ab 2020 soll das Wegwerfen von Kippen oder Kaugummis in Berlin zwischen 55 Euro (Verwarnung) und 120 Euro (Bußgeld) kosten. Bisher waren’s 30 bzw. 50 Euro. Auch Tierfreunde suchen schon mal ihr Tütchen, denn im neuen Gesetz steht auch: Werde Hundekot nicht unverzüglich beseitigt, werden zwischen 55 und 300 Euro fällig – „in Grünanlagen bis 1500 Euro“. Für die letzten zwei Jahre liegen die Zigarettenstummel-Zahlen übrigens vor, erfragt von Florian Kluckert, FDP (Q: schriftl. Anfrage). Stummel-Bilanz für Spandau: 2017 waren es ganze 4 Ordnungswidrigkeiten. 2018 stolze 10. Das Schärfste: Damit lag Spandau – hust! – berlinweit sogar auf Platz 1.
Spandau macht jetzt sauber. Wie passend: Am 20. und 21. September ist „Clean-up Day“. Und wer alles mitmacht, erfahren Sie heute weiter unten im Newsletter – es sind richtig viele in Spandau, schauen Sie mal auf die Liste hier im Spandau-Newsletter. – Text: André Görke
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Diesen Text habe ich als Leseprobe dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau entnommen. Den – kompletten – Spandau-Newsletter mit exklusiven Nachrichten, Tipps, Terminen und konkreten Kiez-Ideen gibt es unkompliziert und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de
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