Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 05.05.2020

Schulen, Museen, Frisöre, Kaufhäuser… alles macht so langsam auf in Berlin. Und die Corona-Test-Ambulanz in Havelhöhe macht zu. Warum? Keiner da. „Die Corona-Ambulanz versorgt nur noch 30 Patientinnen am Tag und die Hotline wird nur noch vereinzelt nachgefragt“, schreibt Harald Matthes aus dem Krankenhaus Havelhöhe in Kladow. Er ist Chef von 1000 Klinik-Mitarbeitern und hat einen interessanten „Lagebericht“ verfasst (fünf Din-A4-Seiten, mit Dank ans Personal bis hin zur Küche). In Spitzenzeiten habe es 3400 Corona-Kontakte pro Woche gegeben. Die Lage auf der Intensivstation, wo aktuell noch vier Patienten künstlich beatmet werden mussten, ist zum Glück überschaubar für die Spezialisten.

„Die Frage, die uns derzeit bewegt“, schreibt Klinikchef Matthes in seinem Papier, „ist die, wie geht es nun weiter? War dies schon die erste Welle? Kommt nach Lockerung des Shutdowns eine 2. Welle und wann?“ Für die „nächsten Wochen“ müsse man diese laut Daten-Prognose nicht erwarten, allerdings „müssen wir wahrscheinlich aus Alten- und Pflegeheimen kleine Hotspots versorgen“. Chefredakteur Lorenz Maroldt nennt hier im „Tagesspiegel Checkpoint“ Forderungen aus dem Klinik-Bericht.

„Die Corona-Test-Ambulanz könnte bei steigendem Bedarf jederzeit wieder eröffnet werden.“ Das schrieb gerade eben Klinik-Sprecherin Christina Lammers. Die Infrastruktur in Haus 16 werde dafür erhalten. Und weiter: „Unsere Covid-19-geeigneten Betten und Beatmungsplätze halten wir selbstverständlich weiterhin vor.“ Im Katastrophenfall könne die Klinik bis zu 49 Beatmungsplätze bieten. Außerdem habe die Klinik eine Isolierstation mit 35 Covid-19-geeigneten Betten („plus Reservekapazität mit 35 Betten“). Für den Fall der Fälle…

…und hier die aktuellsten Zahlen für Spandau: 245 bestätigte Erkrankungen gab es bisher, 211 sind wieder gesund. Das teilte der Senat gestern Abend mit. Damit liegt Spandau im Berlin-Ranking auf dem letzten Platz. Hoffen wir das Beste und werden jetzt nicht völlig leichtsinnig. Aber gute Nachrichten hier zu Beginn sind ja auch mal ganz nett, oder? – Text: André Görke
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