Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 04.08.2020

In der Altstadt gibt es eine geheimnisvolle Baugrube. Rund um die Kirche St. Nikolai wird bis 2022 die Fußgängerzone erneuert – doch die Bagger in Berlin-Spandau sind verstummt. Ist Anwohnern gleich aufgefallen, prompt bekam ich Post einer Leserin: „Beim Aufreißen an der Kirche kam es zu einem Fund. Drei, vier Leutchen sind jetzt mit einem Handfeger beschäftigt und legen etwas vorsichtig frei.“ Hier erste Fotos von der Baustelle. Bombe entdeckt? Stromkabel zerhackt? Tontöpfe aus Neandertal-Zeiten ausgebuddelt? „Im Zuge der Bauarbeiten wurde gezielt eine Gruft freigelegt, die zur Kirche gehört“, erzählte mir jetzt Stadtrat Frank Bewig, CDU. „Dies geschah in Begleitung eines Archäologen. Den hatten wir als Bezirk beauftragt.“ Der Friedhof neben der Kirche ist ziemlich alt und wurde vor 300 Jahren planiert – denken Sie dran, falls Sie mal wieder auf der Wiese rumhopsen.

Ist der Zeitplan am Reformationsplatz in Gefahr? Noch mal Stadtrat Bewig zum Spandau-Newsletter: „Man wusste ja, dass man auf diese Gruft treffen wird. Das hat man von vornherein in die Planung einfließen lassen. Zu Problemen oder Verzögerungen wird es daher aller Voraussicht nach nicht kommen. Als nächster Schritt wird das Landesdenkmalamt entscheiden, wie weiter verfahren wird.“

Es wird übrigens noch ein zweiter Friedhof in der Nähe vermutet: auf der Postbrache, wo für 100 Mio gebaut wird. Die Archäologen im Rathaus erinnern an die Reste des dortigen Benediktiner-Klosters (genau, deshalb heißt es ja auch Klosterstraße): „Die Reste des Heilig-Geist-Spitals und eines wahrscheinlich zugehörigen Friedhofes könnten in Resten unter den Kellern der Alten Post erhalten sein.“ Spannend, was da im Untergrund steckt.

Und was steckt heute im Spandau-Newsletter? Die Wasserschutzpolizei um Barbara Slowik hat sich bei mir mit einem klaren Brief zum Krach auf der Havel gemeldet. Kulturstadtrat Gerhard Hanke, CDU, funkte mich an und nennt heute seine Ideen für den Kulturpark Neu-Kladow (unten in der Rubrik „Kiezkamera“). Jugendstadtrat Stephan Machulik, SPD, kabelte mir gerade eben Neuigkeiten vom Markt auf dem Rathausplatz zu. Und ich erwischte den Chef eines polnischen Fußballvereins, dessen Geschichte viel mit Spandau zu tun hat.

Viel Spaß bei der Lektüre des aktuellen Spandau-Newsletters. Und eine schöne letzte Ferienwoche. – Text: André Görke
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Dieser Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau. Die Newsletter für die 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos und in voller Länge hier leute.tagesspiegel.de
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