Kultur

Spandau-Historie: Erinnern an Erich Meier

Veröffentlicht am 03.03.2020 von André Görke

Spandau-Historie: Erinnern an Erich Meier. Dies ist die Geschichte von Erich Meier aus Berlin-Spandau. Zum Gedenktag der Auschwitz-Befreiung hatte ich an seinen Tod erinnert. Erich Meier ist 22 Jahre alt, wohnte nahe der heutigen Borchert-Oberschule. Erich Meier war NS-Widerstandskämpfer, legte sich mit Gauleiter Joseph Goebbels in der Pichelsdorfer Straße an – und wurde kurz nach der Machtübernahme von den Nazis aus einer Laube an der Falkenhagener Chaussee geholt, wo er sich versteckt hat (seit 1958 heißt die Straße Falkenseer Chaussee). Die Nazis verprügelten ihn, zertrümmerten seine Hoden, rissen ihm die Haare heraus, schlugen ihm die Zähne ein und jagten schließlich auf den Rieselfeldern an der Potsdamer Chaussee zehn Kugeln in seinen Körper.

Spandauer Bürgerinnen und Bürger erinnern seit Jahren an Erich Meier, diesmal wieder am 8. März, 14 Uhr. Wo? An seinem Grab auf dem Friedhof In den Kisseln. Auch das „Bündnis gegen Rechts“ lädt dazu ein. Vor seinem Wohnhaus in der Kurzen Straße 1 erinnert ein Stolperstein an Meier.

Ab 1960 trug die „Staakener Feldstraße“ in der DDR seinen Namen, ehe Weststaaken wieder nach Berlin zurückkam und der Name Erich Meier auf dem Straßenschild am 1. Oktober 1990 getilgt wurde. – Text: André Görke

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