Kultur
Kennen Sie ihn? Spandaus erster Bürgermeister 1945
Veröffentlicht am 12.05.2020 von André Görke

Kennen Sie ihn? Spandaus erster Bürgermeister 1945. 75 Jahre Kriegsende, und dann? Ende April 1945 erreichte die Rote Armee Johannesstift und Staaken, kurz danach war’s endlich vorbei. Kriegsende, die Nazis geschlagen, Deutschland befreit. Und irgendwie musste es weitergehen – mit Richard Münch als erstem Spandauer Bürgermeister nach dem Krieg. Wird an ihn erinnert? Ja. Sein Foto hängt wie alle anderen Bürgermeister-Bilder neben der Bürotür von Helmut Kleebank, SPD. Seit 1968 liegt Münch in einem Ehrengrab auf dem Friedhof „In den Kisseln“ – hier ein Foto. Und seit 1997 erinnert eine Straße am alten West-Berliner Grenzübergang in Staaken an ihn.


„Als er am 6. Mai 1945 berufen wurde, hatte er schon eine beeindruckende Karriere hinter sich“, schrieb jetzt mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach, der im Tagesspiegel an alle Bezirksbürgermeister nach dem Krieg erinnert hat. „In der Weimarer Republik diente der Jurist, damals Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP), dem Bezirk Spandau bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten als Stadtrat, unter anderem zuständig für Finanzen, Sozial- und Gesundheitswesen. Die Nazis vertrieben ihn aus dem Amt, doch Münch gründete in der Altstadt ein Anwaltsbüro und vertrat vor dem Kammergericht und dem Volksgerichtshof viele Widerstandskämpfer, vor allem aus den Reihen der SPD. Er galt als Mann des Ausgleichs, dem die sowjetische Militäradministration den Kommunisten Ernst Lösche als Stellvertreter an die Seite stellte. Beide kannten sich seit den 20-er Jahren aus der Spandauer Bezirkspolitik und arbeiteten während der Nazizeit im selben Haus. Der eine als Anwalt, der andere als Leiter der Viktoria-Versicherung. Münch, der im April 1946 aus dem Amt schied, gehört zu den Mitbegründern der Spandauer CDU um den heutigen Chef Kai Wegner und war lange Zeit deren Fraktionschef in der Bezirksverordnetenversammlung. Er starb am 6. Oktober 1968.“ Quelle: Tagesspiegel
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