Namen & Neues

Kopftuch-Debatte: Ursprung in Spandau

Veröffentlicht am 17.04.2018 von André Görke

Sie hat auf Lehramt an Grundschulen studiert, ordentliche Examina gemacht, das Land stellte sie als Lehrerin ein. Pinar T. hatte Glück und kam sogar an die Grundschule ihrer Wahl, die Klosterfeld-Grundschule in Spandau (Seegefelder Straße). Allerdings trägt T. Kopftuch und wurde deshalb vor der Einstellung gefragt, ob ihr das Neutralitätsgesetz bekannt sei. Sie bejahte. Vertragsgemäß trat sie ihren Dienst am 1. Februar vorigen Jahres an – und erschien mit Kopftuch. Der Staat reagierte sofort, bei diesem einen Arbeitstag blieb es. T. wurde freigestellt und dann an ein Oberstufenzentrum versetzt. Dort sind Kopftücher erlaubt, an der Grundschule nicht. Sie klagte vor dem Arbeitsgericht. Am Montag wurde erstmals verhandelt: Tagesspiegel

Debatte der Woche. Die ging auch ums Kopftuch – und war spannend. Thorsten Schatz, CDU, schrieb bei Twitter: „Die Integration scheitert nicht am Kopftuch von Schülerinnen! Übrigens hat die Evangelische Jugend selbst in der DDR selbstbewusst das Kugelkreuz getragen. Schüler sollten sich gerade in einem aufgeklärten Staat ohne Bevormundung zu ihrem Glauben bekennen dürfen.“ Monika Herrmann, Grüne, Bezirkschefin in Friedrichshain-Kreuzberg (und Ex-Spandauerin!), mischte sich ein – hier der Twitter-Dialog.

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