Namen & Neues

Geschichtsverein: Rettet die Traube

Veröffentlicht am 10.07.2018 von André Görke

Post erreichte uns aus der Pichelsdorfer: Diesmal wegen der ziemlich speziellen Lokalität „Traube“ – dem Fachwerkhaus droht 2018 der Abriss (Foto). Und das findet der Chef des Heimatkundlichen Vereins, Karl-Heinz Bannasch nicht gut. „Das Haus muss erhalten bleiben. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis der ehemaligen Festungsstadt“, schreibt Bannasch uns in einem Brief. Das Haus wurde in Leichtbauweise errichtet, „damit es im kriegerisch-militärischen Falle unverzüglich abgetragen werden konnten, um freies militärisches Gelände zu erhalten“ – die Zitadelle ist nicht weit weg. Bannasch, wütend: „Ein historischer Kahlschlag zieht sich durch Spandau: die letzten Gebäude der Aussiedler in die USA wurden 2014 abgerissen. Kasernenteile am Fehrbelliner Tor verschwanden zugunsten eines Einkaufszentrum.“

Und was sagen die Anwohner? Kneipe hin oder her, das Haus ist marode und „wirkt ziemlich fehl am Platz“, schreibt uns Michael Henkel von der Stadtteilvertretung Wilhelmstadt. Der Bedarf an Wohnungen ist höher. Im Erdgeschoss sollen Geschäfte entstehen. „Und wenn die Abhängung der Weissenburger Straße in Sack und Tüten ist, kann man sich gut vorstellen, hier ein breites Trottoir zur gastronomischen Nutzung zu entwickeln.“ – P.S.: „Traube“-Kneipenfans finden ein Mini-Kneipenmodell noch unterm Rathausdach: Fotobeweis hier.

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