Namen & Neues

Siemensbahn: "Wir brauchen eine Entscheidung - jetzt"

Veröffentlicht am 06.11.2018 von André Görke

Und wie geht’s weiter an der Nonnendammallee, wo Siemens 600 Mio Euro investieren will? Geplant sind: ein Forschungscampus, 3000 Wohnungen, Abriss der Zäune, Entkernung der Hallen, IT-Ausbau. „Vor uns liegt ein Riesenhaufen Arbeit“, erzählt Stadtrat Frank Bewig, CDU, dem Spandau-Newsletter. „Da wird so schnell kein Bagger anrollen. Das dauert Jahre.“ Das Städtebau-Team im Rathaus wird 2019 aufgestockt, es werden erste Pläne erstellt, Wettbewerbe unter Architekten gestartet. Und die Siemensbahn? Bewig: „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung – und das ist Aufgabe der Verkehrssenatorin.“ Ihr Name: Regine Günther (parteilos, für Grüne).

Insel Gartenfeld: „S-Bahn-Trasse nur unterirdisch“. Der Wiederaufbau der 4-Kilometer-Trasse vom S-Bahnring durch Siemensstadt dürfte finanziell machbar sein – die Verlängerung über die Insel Gartenfeld hinaus gen Wasserstadt wird kniffelig, weil teuer und kompliziert. Hier der erste Blick in den 200 Seiten starken Bebauungsplan für Gartenfeld, wo 3700 Wohnungen entstehen („bis zu 17 Stockwerke“). Erlaubt ist dort nämlich nur ein irre teurer S-Bahntunnel („unterirdische S-Bahntrasse“), schließlich ist die Insel als verkehrsarmer Kiez fast ohne Autos geplant – da kann schlecht eine laute S-Bahn mittenmang durchrumpeln.

Kein Sex in Gartenfeld! Und weil Ferien waren, haben wir alle Seiten des B-Plans zur Insel Gartenfeld gelesen. Bestes Kapitel: „Vergnügungsstätten“. Gartenfeld soll eine bürgerliche Familien-Insel werden („mit einem qualitativ hochwertigen, für Familien geeigneten Charakter“). Nicht erlaubt sind: „Hotels, Baumärkte, Tankstellen“, lesen wir im vorläufigen B-Plan aus dem Büro von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Linke. Ebenfalls nicht erwünscht: „Diskos, Tanzbars, Wettbüros, Striptease-Lokale, Großstadtvarietés mit sexuellem Charakter…“. An was die alles denken, oder?

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