Namen & Neues

Nahverkehrsplan: Siemensbahn, Straßenbahn, Metro-Bus

Veröffentlicht am 26.02.2019 von André Görke

Am Wochenende stand Oliver Gellert, Grüne, mit einem Bollerwagen in der Altstadt und hat Flyer verteilt. Inhalt: die Straßenbahn-Pläne für Spandau – hier anzuschauen. Und als wir Bürgermeister Helmut Kleebank, SPD, neulich nach der S-Bahn-Verlängerung der Siemensbahn in die Wasserstadt fragten, schüttelte er den Kopf. Gute Idee, aber leider unrealistisch: Die Trasse müsste ab dem S-Bahnhof Gartenfeld komplett unterirdisch laufen. „Wird viel zu teuer“, sagte uns Kleebank. „Ich sehe eher den Straßenbahn-Anschluss für die Wasserstadt.“ Und damit kommen wir zum Nahverkehrsplan 2019-2023, den der Senat heute beschlossen hat (104 Seiten). Das ist kein konkreter Bauplan, sondern eine – wichtige – Willensbekundung. Hier ein erster Blick für Spandau; Fortsetzung nächste Woche.

  • S-Bahnstrecke Siemensbahn. Bis 2025 (!) soll die S-Bahnstrecke von Gartenfeld bis zum S-Bahnhof Jungfernheide reaktiviert werden – das wäre viel schneller als gedacht: Bisher war von 2028/2029 die Rede.
  • Straßenbahn nach Staaken. 2029 soll eine solitäre Straßenbahnlinie vom Rathaus zur Heerstraße gebaut werden (kalkulierte Kosten: 70 Mio Euro). Die Busse sind chronisch verstopft, die Straßen immer voll. Auch der Bau einer U-Bahnlinie wird zumindest geprüft – ist aber für 70 Mio Euro nicht zu haben, sondern für 450 Mio Euro.
  • Straßenbahn in die Wasserstadt. Eine zweite Strecke soll 2029 vom Rathaus bis zum U-Bahnhof Paulsternstraße gebaut werden (120 Mio Euro). Die Trasse dieser M36 würde über Hakenfelde/Wasserstadt und das Neubaugebiet auf der Insel Gartenfeld führen.
  • Straßenbahn ins Falkenhagener Feld. 65 Mio Euro sind kalkuliert für die vier Kilometer vom Rathaus ins Falkenhagener Feld. Die Priorität wird aber als geringer eingeschätzt („2035“).

„Das ist doch illusorisch!“ Verwunderung kam prompt von Thorsten Schatz, CDU – und nicht nur er hält es für mehr als sportlich, in sechs Jahren die Strecke neu zu bauen. „Das ist doch illusorisch. Aktuell steht ja noch nicht einmal die Finanzplanung, es ist auch nicht klar, welche Brücken und Anlagen noch ohne Sanierung/Wiederaufbau genutzt werden können. Sollten uns nicht mit Terminen übertrumpfen, sondern realistisch planen.“ – André Görke
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Diese Nachricht haben wir dem neuen Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel entnommen. Den können Sie komplett und kostenlos lesen unter https://leute.tagesspiegel.de.