Namen & Neues

Der Jugendclub, die Dauerbaustelle

Veröffentlicht am 28.05.2019 von André Görke

Die absurdeste Baustelle in Berlin-Spandau? Puh, gar nicht so leicht. Mein Favorit: die zwei geplanten Türme des „Spandauer Tors“ am U-Bahnhof Haselhorst. Das 400-Mio-Projekt des Architekten Claude Vasconi ging in den 90ern pleite – das erste, bereits gebaute 12-Stockwerke-Haus wurde nie genutzt, döste 20 Jahre als Ruine neben BMW rum und wurde schließlich abgerissen. Hier ein Foto von 2005 – was für ein ungenutzer Irrsinn.

Unterhaltsam ist auch die Baustelle am Jugendclub „Wildwuchs“ an der Havel in Pichelsdorf. Sollte eigentlich 2018 saniert sein, kam alles anders, ging vieles schief, jetzt ist von 2020 die Rede. Humorige Jugendliche malen längst Schilder wie dieses: „104. Bauwoche.“ Wenn das so weitergeht, sind sie zu alt für den Jugendclub. Im Mittelpunkt der Kritik seit Monaten: Stadtrat Andreas Otti, AfD. Statt vier soll das Projekt nun sechs Millionen Euro kosten, erzählte Otti der „Morgenpost“. Probleme bereitete auch das Grundwasser und die Havel – konnte ja keiner ahnen, dass sich hinterm Gestrüpp ein klitzekleiner, unbekannter Fluss befindet.

Noch ein Jugendclub, noch eine Baustelle. Schalten wir ein paar Kilometer nordöstlich – da befindet sich der Jugendclub mit der lässigsten Abkürzung: „Chip77“, das Kürzel steht für: „Coole Hütte im Park“. Leider wurde die im Juni 2017 abgefackelt und musste saniert werden. „Planungs- und Sanierungsarbeiten waren umfangreicher als vermutet“, teilte jetzt Jugendstadtrat Stephan Machulik, SPD mit. „Das Chip77 kann zum 1. Juli 2019 wieder den uneingeschränkten Betrieb aufnehmen.“ Chip, Chip, Hurra!  – Quelle: Drucksache Nr. 0350 – André Görke
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