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Hertha, Union, Spandau: 10 Kiez-Fakten für den Tresentisch

Veröffentlicht am 29.10.2019 von André Görke

Hertha, Union, Spandau: 10 Kiez-Fakten für den Tresentisch. Am Wochenende ist Fußball-Derby in Berlin, das allererste in der 1. Liga dieser beiden – der 1. FC Union empfängt Hertha BSC. Was das alles mit Spandau zu tun? Hier 10 Kurzgeschichten für einen gepflegten Derby-Smalltalk am Kneipentresen.

  • 1.) Der 1. FC Union in Spandau. 20 Jahre her, ich war dabei. Es war ein Mittwoch, April 1998, der Spandauer SV kickte damals in der Dritten Liga (!) – und zwar am legendären Ziegelhof. Die Union-Fans zogen vom neu eröffneten S-Bahnhof zum Havel-Ufer und sangen an der Klosterstraße ihre Liedchen. Viele waren’s übrigens nicht: Es kamen insgesamt nur kümmerliche 580 Fans ins Stadion.
  • 2.) Hertha BSC in Spandau. Noch länger her! 1988 war’s, als Hertha BSC das letzte Mal regulär in Spandau antrat – vor nur 1700 Fans in der Dritten Liga im engen Stadion an der Neuendorfer Straße (0:0). Das SSV-Stadion lag zwischen der Feuerwache an der Triftstraße und der Schultheiss-Brauerei (heute Centro Vital). Hier super Erinnerungen von Hertha-Fan Stephan Swiatek.

Union spielte 1998 gegen den Spandauer SV – in blau-weiß! Der Grund: unklar. Aber hier ist das Foto.

  • 3.) Herthas letztes Mal gegen Spandau. Im Mai 1988 war’s, Hertha gewann 2:0 gegen… den kleinen SC Gatow (der spielte damals echt in der Dritten Liga). Auf der Tribüne im Poststadion in Moabit feierten abgezählte 615 Fans.
  • 4.) Spandauer beim 1. FC Union. Da gibt es zwei: Julius Kade, 20, groß geworden bei den Sportfreunden Kladow am Gößweinsteiner Gang (sein kleiner Bruder spielt pikanterweise bei Hertha). Und Manuel Schmiedebach, 30: Der hat 200 Spiele für Hannover 96 bestritten, aber seine Karriere begann auf dem riesigen Rasenplatz im Spektefeld – bei Schwarz-Weiß Spandau.
  • 5.) Spandauer Fußballer bei Hertha BSC. Ja, gibt es. Zum Beispiel Maximilian Mittelstädt. Der spielte früher beim SC Staaken: „Meine Oma wohnte gegenüber.“.
  • 6.) Spandauer Verantwortliche bei Hertha BSC. Cheftrainer Ante Covic wohnt in Kladow, rennt liebend gern im „Spandau“-Pullover herum und bekam früher Familienrabatt beim Kroaten am Bahnhof Spandau. Auch Chef-Späher Sven Kretschmer ist Spandauer: Er spielte früher für den SC Siemensstadt und stand 1994 beim Drittliga-Spiel SSV gegen Union selbst auf dem Platz. Gab ordentlich auf die Mütze für Spandau: 1:4.
  • 7.) Fanclubs in Spandau. Hertha hat in Spandau einen Polizei-Fanclub, einen Christen-Fanclub, einen Sozialarbeiter-Fanclub ff. Und der 1. FC Union? Ich habe mal ein paar nette Anhänger im „Bricks“ an der Wilhelmstraße getroffen. Aber ein Fanclub? Nicht gefunden. Tipps an spandau@tagesspiegel.de.
  • 8.) Mitglieder in Spandau. Nirgendwo wohnen so viele Hertha-Fans wie im Berliner Westen – Staaken ist bei den Mitgliederzahlen traditionell eine Hochburg (900 Leute). Und Unioner? In Kladow hat Union 19 Mitglieder, in Haselhorst 4. Hier die Bezirkslage.
  • 9.) Promi-Fans aus Spandau. Ein bekannter (und echter) Fan aus Kladow ist Berlins CDU-Chef Kai Wegner. „Ich gehe seit 1981 zu Hertha.“
  • 10.) Und wo kann man das Derby gucken? Da hole ich mir vertrauensvoll externen Leser-Rat. Hier drei Spandau-Tipps von Fußballkenner Michael K. (geht seit 1997 zu Hertha): „1.) Im ‚Bricks‘ – lecker Essen, Nichtraucher. (ist aber wohl derzeit geschlossen) 2.) Im ‚Gänsemarkt‘ – super Stimmung, super Bedienung. 3.) ‚Kneipenkönig‘ – Du kannst alles sehen, weil überall Fernseher sind.“ Für wen Sie jubeln, müssen Sie am Samstag aber schon selbst entscheiden. – Text: André Görke
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