Namen & Neues

Der Wolf, das Schaf, der Grusel von Gatow

Veröffentlicht am 12.11.2019 von André Görke

Der Wolf, das Schaf, der Grusel von Gatow. „Wolfs-Angst in Berlin! Schaf auf Kinderbauernhof gerissen.“ Das titelte die „B.Z.“ und lenkte den Blick auf den putzigen Bauernhof in Berlin-Gatow, einem ländlichen Ortsteil im Berliner Bezirk Spandau. Dort wurde ein Schaf im Gras entdeckt, dem es nicht so gut ging (um die blutigen Details mal wegzulassen). War es ein Wolf? In Gatow? Der erste in Berlin? Die Geschichte drehte ein paar Runden, bis schließlich sogar von „wilden Hunden“ in Gatows Wäldern die Rede war – natürlich Blödsinn. War es nun ein Wolf? Oder doch ein Husky oder Schäferhund? Ich habe bei Derk Ehlert durchgeklingelt. Er ist der Wildtierbeauftragte des Senats.

  • „Ein Rauhaardackel war’s jedenfalls nicht.“ Derk Ehlert sagte mir gestern am Telefon: „Wir untersuchen die DNS immer noch. Das Ergebnis kann ich Ihnen Ende November sagen. Dann weiß ich allerdings nur, ob es in Gatow ein Wolf war oder nicht – andere Tiere kann ich so nicht bestimmen. Aber es gibt Indizien: Der Abstand der Bissspuren passt nicht zum Wolfsgebiss. Das Schaf wurde nicht gefressen – untypisch. Der Wolf will schließlich leichte Beute machen und rennt nicht hungrig weiter. Ob er schon mal in Berlin war? Der Wolf läuft pro Nacht 80 Kilometer, vielleicht war er schon mal am ländlichen Stadtrand, das weiß ja keiner. Der Wolf ist nicht scheu, ich habe ihn schon neben lauten Bergbaumaschinen in der Lausitz gesehen. Er nutzt wie wir oft Hauptwege im Wald, sogar Straßen. Und wenn der Wind richtig steht, dann bemerkt er uns gar nicht und steht plötzlich für einen Moment 80 Meter vor uns. Im Fall vom Bauernhof in Gatow kann es sehr gut ein Hund gewesen sein. Zu viele Menschen ignorieren, wenn ihr Tier mit blutiger Schnauze nach Hause kommt. Dass Rehe von Hunden gerissen werden, kommt in Berlin vor, aber selten. Das schafft natürlich nicht jede Hunderasse. Ich sag‘ mal so: Einen Rauhaardackel habe ich in Gatow nicht unter Verdacht.“

Wölfe haben Hausverbot! St. Martinsfest auf dem Bauernhof Gatow. Reichlich Gesprächstoff also auf dem Vierfelderhof von Gerd Jockel in Gatow. Am Sonnabend, 16. November, findet dort das Martinsfest statt. „Basar mit Punsch, Leckereien und Handgemachtem, ab 17 Uhr Laternenumzug.“ Familienfest von 12 bis 20 Uhr. Wölfe haben Hausverbot. Mutige vor! Infos: Vierfelderhof – Text: André Görke

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  • Psst, geheim! Erste Fotos vom Spandauer Weihnachtsbaum (aus dem legendären Weißenstadt)
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