Namen & Neues

Studentenheim in Hakenfelde: "Bauen Apartments für 164 Polizisten"

Veröffentlicht am 26.11.2019 von André Görke

Studentenheim im Berliner Nordwesten: „Bauen Apartments für 164 Polizisten“. Post aus dem Büro von Innensenator Andreas Geisel, SPD. Letzte Woche hatte ich hier berichtet, dass die Stadt ein „Studentenwohnheim“ für junge Polizisten an der Radelandstraße plant – in den stillen Kasernen von Hakenfelde. Ja, stimmt, bestätigte mir ein Senatssprecher kurz nach Veröffentlichung des letzten Spandau-Newsletters. „Die Berlinovo plant auf einem Teilgrundstück der Polizeiliegenschaft in der Radelandstraße die Errichtung eines Wohngebäudes. Dort sollen sowohl Anwärterinnen und Anwärter des mittleren als auch des gehobenen Dienstes wohnen.“

Reden wir von 10 oder 100 WG-Buden für die Polizei? „Auf einer Grundstücksfläche von über 4.000 m² entsteht ein dreigeschossiges Gebäude mit 82 Doppelapartments für 164 Bewohnerinnen und Bewohner. Polizeipräsidentin Barbara Slowik und der Innensenator Geisel haben dieses Projekt von Anfang an unterstützt“, sagte ein Senatssprecher dem Spandau-Newsletter. Und wie sind die Räume ausgestattet? Raschel, raschel, hier der Blick in die Bauakte der Polizei: „Die Apartments sind 35 qm groß, ausgestattet mit Bad und Küchenzeile.“ Wann geht’s los? „Baubeginn ist für Sommer 2021, die Fertigstellung ist für das 2. Halbjahr 2022 vorgesehen.“ Und hier noch eine konkrete Kiez-Info: „Das Haus soll einen eigenen Zugang von der Pionierstraße erhalten.“ In der JVA Hakenfelde backen sie bestimmt Kuchen – der offene Vollzug befindet sich nebenan. Auf gute Nachbarschaft.

Polizei: „Wohnungen sind ein Vorteil auf dem Ausbildungsmarkt.“ Und warum entsteht günstiger Wohnraum für junge Polizisten in Spandau? Bei der Polizei gehen viele auf Rente, Berlin braucht frische Kräfte. „Und das Angebot preisgünstiger Wohnungen stellt für die Polizei einen wichtigen Wettbewerbsvorteil auf einem immer härter umkämpften Ausbildungsmarkt dar“, sagte mir ein Senatssprecher.

Hier das Polizeigelände im Norden von Berlin-Spandau. Früher war das hier eine Kaserne.

CDU: „Wollten günstigen Wohnraum auch für Lehrer“. Könnte man die Wohnungsbaupläne der Polizei nicht klonen? Prompt winkt Thorsten Schatz, CDU, aus dem Rathaus-Archiv: „Die CDU-Fraktion Spandau hat solche Wohnungen 2018 auch für andere Berufsgruppen vorgeschlagen: um zum Beispiel ausgebildete Lehrkräfte in den Bezirk zu locken.“ Wurde aber abgelehnt. Schatz‘ Gedanke: „Wenn wir wieder mehr vollausgebildete Lehrkräfte nach Spandau holen wollen, müssen wir ein wenig mehr tun als nichts“, schrieb mir der CDU-Politiker. Selbst „eine Spandau-Card für Lehrkräfte, also kostenfreier Eintritt in die Spandauer Kultureinrichtungen“ sei ein kleiner Anreiz. Und zu den Wohnungen: Die Polizei baue, auch Vivantes plane Wohnungen für seine Pfleger in Spandau – warum nicht auch für junge Lehrer? – Text: André Görke

+++
Dieser Text stammt aus dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau. Den gibt es von mir in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Meine weiteren Themen im Spandau-Newsletter – eine Auswahl.

  • Jurassic Park in Spandau: Welches Museum nach Hakenfelde will
  • Die Tote von der Heerstraße: „Unsere Nachbarin hieß…“
  • Siemensbahn im Havel-Tunnel? Oder doch als Brücke?
  • Wasserballerin im Interview: „Nichts gebrochen, aber üble blaue Augen“
  • Verlosung: Der große Luftbild-Kalender
  • Fahrradfrust und Streitlust im Rathaus
  • Die Meckerköppe aus Gatow
  • 151.000 Euro für neue Bücher
  • „Mir schlottern die Knie“: Besuch auf dem Rathausturm
  • Wohnraum für Polizisten – und für Jung-Lehrer?
  • Weihnachtsmärkte: Die große Spandau-Übersicht, vom Johannestift bis Staaken
  • Glühwein-Tipps von Leserinnen
  • …und noch viel mehr aus Spandau. Hier im Tagesspiegel-Newsletter für den Bezirk – in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de
Anzeige