Namen & Neues

Berlins 1. Bushaltestelle für Rollis steht in Staaken

Veröffentlicht am 21.01.2020 von André Görke

Berlins 1. Bushaltestelle für Rollis steht in Staaken. Rollifahrer haben es an BVG-Haltestellen schwer. Ohne Hilfe kommen sie nicht in den Bus. Erst muss die Busfahrerin vorn aufstehen, zur Tür gehen, eine Klappe aus dem Fußboden hochwuchten und diese als Rampe runterdonnern lassen. Schepper, Rumms, Willkommen! Blöd für Rollstuhlfahrer, weil sie nicht eigenständig agieren können – eklig fürs BVG-Personal, wenn jemand seinen Kaugummi auf der Rampe verloren hat. Warum ich das erzähle? Weil am Mittwoch, 11.30 Uhr, Berlins 1. barrierefreie BVG-Bushaltestelle offiziell in Betrieb genommen wird – an der Obstallee in Staaken.

Was ist an dieser Bushaltestelle so anders? „Mit 22 Zentimetern verfügt sie über einen um 6 Zentimeter höheren Einstiegsbord als bisher üblich“, heißt es im Rathaus von Bürgermeister Helmut Kleebank, SPD. „Dadurch wird die Reststufe zwischen Bord und Bus auf zirka 1-2 cm verringert.“ Und Stadtrat Frank Bewig, CDU, ergänzt: „Das beschleunigt auch den Busverkehr und hilft zudem, Benzin zu sparen.“ Spandau ist mit 150 Bussen auf 40 Linien das stärkste BVG-Netz in Berlin. Zur Eröffnung reist sogar Staatssekretär Ingmar Streese, Grüne, an. Spandaus Behindertenbeauftragter Sargon Lang gibt ihm liebevoll mit auf den Weg: Viel Spaß bei der Party – aber die anderen 6379 Berliner Bushaltestellen sind nicht barrierefrei.

Apropos: Wann kommt der Fahrstuhl zum U-Bahnhof am Rathaus? Aktuell im Papierstapel des Hauptausschusses entdeckt: Akte 1395C, „Behindertengerechter Ausbau von U-Bahnhöfen“. Am Rathaus plant die BVG einen neuen Fahrstuhl – und zwar an den BVG-Haltestellen gen Wilhelmstadt. Wo genau? Anstelle der Rampe, die seit Herbst 2018 geschlossen ist. Aktueller Stand laut Staatssekretär Ingmar Streese, Grüne: „Inbetriebnahme wird 2021 erwartet“.  – Text: André Görke
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