Namen & Neues

Schnell nach Potsdam: Kreisverkehr in Kladow vom Tisch

Veröffentlicht am 10.03.2020 von André Görke

Schnell nach Potsdam: Kreisverkehr in Berlin-Kladow vom Tisch. Zehntausende fahren hier lang, Tag für Tag. Die Kreuzung an der Potsdamer Chaussee Ecke Ritterfelddamm ist das Scharnier zwischen Berlin-Spandau, Heerstraße und der Landeshauptstadt Potsdam. Seit 2004 wurde über einen Kreisverkehr diskutiert, jetzt das überraschende Aus: „Der Umbau zu einem Kreisverkehr wird nicht weiter favorisiert, da dieser nicht die zukünftig notwendige Verkehrsabwicklung gewährleisten kann.“ Das geht aus einem Rathaus-Brief hervor, den mir Stadtrat Frank Bewig, CDU, am Montag schickte. Bewig hatte in der Vergangenheit auf den drohenden Verkehrsinfarkt im Süden Spandaus hingewiesen: „Ich habe das Gefühl, dass wir in Berlin nicht wirklich gesehen werden“, hatte Bewig noch im September gesagt. Jetzt haben sich alle Fachleute (Bezirk, Berlin, Brandenburg) an einen Tisch gesetzt, um über die Landesgrenze hinaus zu planen.

Weil kurz hinter Kladow eine alte Russen-Kaserne umgebaut wird zur Schlafstadt für 10.000 Leute, rollen in zehn Jahren 2200 Autos täglich nach Berlin rein – macht 15.000 Meter Stau zusätzlich. Dabei ist die Potsdamer Chaussee jetzt schon voll im Berufsverkehr. Kniffelig: Der Kreisverkehr hätte vor allem für die Kladower zum Problem werden können, weil die Potsdamer Autos ja Vorfahrt gehabt hätten. Jetzt im Fokus: eine neue Kreuzung mit Anschluss des Villenparks Groß Glienicke.

Und wie kriegt man den Stau weg? Nicht mit breiteren Straßen. „Vorrangig kommt die Weiterentwicklung des ÖPNV in Frage. Zusammen mit dem Ziel, die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen, sollen gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden“, sagt Bernd Rubelt (parteilos), drüben in Potsdam. Hier drei Ideen:

1.) Schnellbus von Potsdam zum ICE-Bahnhof Spandau: Kommt der X38?

2.) Radweg von Spandau nach Potsdam: Wird die letzte Radweg-Lücke am Glienicker See geschlossen? Das war hier (nicht ohne Grund) Thema im Herbst.

3.) Direkte Regionalbahn von Spandau nach Potsdam. Die neue RB21 rollt ab 2022 von Potsdam nach Spandau und sammelt Pendler in den Berliner Vororten ein, damit die gar nicht erst mit dem Auto in die Stadt fahren – was sie bisher müssen. Die Krampnitzer sollen in Marquardt umsteigen. – Text: André Görke

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