Namen & Neues
Was ist denn nun schon wieder kaputt? Ärger auf der Heerstraße
Veröffentlicht am 31.03.2020 von André Görke

Was ist denn nun schon wieder kaputt? Ärger auf der Heerstraße. Jetzt kommt Kapitel 2351 zur legendären Spurwechselanlage auf der Heerstraße in Berlin-Spandau. Das ist die wichtigste Pendlertrasse zwischen Berlin-Charlottenburg und dem boomenden Westen bis Potsdam und Falkensee. Kurzform: fünf Fahrspuren, 50.000 Autos, zig BVG-Busse. Die Technik stammt aus dem Herbst 1970, besteht aus 15 Signal-Brücken und gibt im Idealfall im Berufsverkehr eine dritte Fahrspur frei – hier ein Foto. Leider ist dieser Idealfall zur kostbaren Rarität geworden.
Routiniert zickt die Technik seit zwei Jahren rum. Folge: zwei statt drei Fahrspuren auf der wichtigsten Pendlertrasse im Westen Berlins – und Stau ohne Ende. Im Sommer 2019 meldete Staatssekretär Ingmar Streese, Grüne, dann endlich: Der Fehler ist gefunden („Ursache war eine sub-optimale Streckenführung der Kabel“). Gebuddelt wurde aber nicht an der Heerstraße, sondern am weit entfernten ICE-Bahnhof Spandau. Denn irgendwo dort nahe der Polizeiwache an der Moritzstraße liegt das Hirn dieser Spurwechselanlage.
Ein paar Wochen ging das gut, dann zickte die Technik schon wieder. Kein Signal, keine Verkehrslenkung, keine dritte Spur – Stau. Oooommmmm. Wieder eilten die Techniker raus, kletterten in die Baugrube, hissten aber im Dezember 2019 die weiße Fahne: Die alte Kupferleitung zwischen Moritzstraße und Heerstraße muss komplett ausgetauscht werden – die ist 3,4 Kilometer Schrott. Diese Buddelei quer durch die Pichelsdorfer dauert allerdings lange. Was also tun? Eine Funkverbindung aufbauen!
Doof: Hat leider auch nicht geklappt. Die Funkverbindung ist schon wieder off, also vom Tisch. Seit drei Wochen ist die Spurwechselanlage jetzt schon komplett abgeschaltet – hier ein Bild von Dienstagmorgen.

„Die im Dezember 2019 ins Auge gefasste Lösung über eine Funkverbindung bezog sich auf die Hauptanbindung von der Moritzstraße bis nach Pichelsdorf. Sie musste inzwischen jedoch wieder aus technischen Gründen verworfen werden“, erzählt mir tapfer ein Sprecher der Verkehrssenatorin Regine Günther, Grüne. Aktuell würden „weitere technische Möglichkeiten zur Behebung der Übertragungsprobleme gemeinsam mit allen Beteiligten (SenUVK, Alliander, Siemens, Swarco) geprüft“. Die Anlage selbst sei aufgrund der Arbeiten ausgeschaltet, deshalb stehen „standardisierst je Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Der mittlere Fahrstreifen bleibt für Abbiegende offen.“ Ein Datum, wann die Anlage läuft, wurde lieber nicht genannt. Ommmmm. – Text: André Görke
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