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Schleichweg neben der Heerstraße: Raser-Debatte am Weinmeisterhornweg

Veröffentlicht am 07.04.2020 von André Görke

Schleichweg neben der Heerstraße: Raser-Debatte am Weinmeisterhornweg. Der Weinmeisterhornweg ist echt fies. Schlaglöcher, Staub, ein Mini-Gehweg: hier ein Foto. Die Straße kurz vor den Rieselfeldern ist allerdings beliebt – bei vielen Autofahrern, die so dem Stau auf der Heerstraße ausweichen wollen. Anwohner sind logischerweise genervt. Denn viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs, und es werde noch schlimmer, wenn die Straße erst mal irgendwann saniert werde. Sogar die Polizei hat dort 48 Stunden lang geblitzt – aber keinen Raser erwischt (Anfrage: Harald Moritz, Grüne).

Das Thema trifft einen Nerv im Kiez. Über Straße gelangen die Kinder im Kiez zu einer Treppe, die hoch zur Grundschule am Weinmeisterhorn führt (380 Kinder, Schulleiterin Sabine Adelhoefer). Ich bekam viele Leserbriefe und fragte auch Stadtrat Frank Bewig, CDU.

DAS SAGEN ANWOHNER
Zu schnell, Ärger ab 7 Uhr, noch mehr Schleichwege
„Ich möchte den Hinweis von Leser Christian Wallert zum Weinmeisterhornweg  aus dem letzten Newsletter unterstützen und erweitern in der Hoffnung, dass das Bezirksamt wach wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem schädigenden Ereignis kommt. Zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer – eigentlich alle außer den Anwohnern – fahren mit erhöhter Geschwindigkeit“, berichtet Leser Andreas Majewski. „Die Fahrzeugdichte zwischen 7.15 und 8.30 ist hoch, die Fahrbahn in einem einem sehr schlechten Zustand. Der Fußgängerweg ist entweder nicht vorhanden oder viel zu schmal.“ Aber nicht nur der Weinmeisterhornweg ist betroffen, sondern auch ein anderer Schleichweg, so Majewski: „Unzählige Autofahrer, die die Heerstraße stadteinwärts fahren, biegen in der Sandstraße ab, um den Stau an der Kreuzung Wilhelmstraße zu umgehen. Da bietet sich dann das Durchfahren der Siedlung Gruberzeile/An der Karolinenhöhe an, um zum Weinmeisterhornweg zu gelangen – natürlich nicht mit Schrittgeschwindigkeit in der Spielstraße, in der zahlreiche Kinder wohnen, die ebenfalls morgens zur Schule müssen.“ Hier ein Foto von der Siedlung, wo Autos durchkurven. Ähnliche Beschwerden von Lesern gibt es auch aus anderen Parallelstraßen der Heerstraße, wo sich Anwohner über den Verkehr ärgern – vom Keltererweg (Scharfe Lanke) bis zu Alt-Pichelsdorf.

DAS SAGT DER EX-ANWOHNER
Das ist keine Rennstrecke
„Jahrelang wohnte ich am Weinmeisterhornweg, nun in Gatow“, berichtet wiederum Leser Detlef Herrmann. „Ja, ich bekenne mich, wenn ich aus Staaken komme und merke, die Heerstraße ist dicht, dann fahre ich auch über die Potsdamer Chaussee und anschließend den Weinmeisterhornweg entlang bis zur Gatower Straße. Aber als Rennstrecke kann man den Weinmeisterhornweg nicht benutzen. Dazu ist der Straßenzustand viel zu schlecht. Meine Erfahrung: 30 Km/h sind erlaubt. Schneller als 40 Km/h fährt keiner. Und mit Verlaub: Ja, etwas zu schnell, aber auch auf der Heerstraße wird, wenn es läuft, nicht tatsächlich 50 Km/h gefahren. Die direkten Anwohner wollen – verständlicherweise – lediglich erreichen, dass der Weinmeisterhornweg nicht mehr als Schleichweg genutzt wird. Mittags werden Sie mehr oder weniger der einzige sein. Lassen sie sich nicht vor einen Karren spannen. Die Anwohner (wohlgemerkt ich war lange selbst Anwohner) sollten glücklich sein, dass der Weinmeisterhornweg in einem jämmerlichen Zustand ist. Von Rasen auf dieser Strecke kann keiner sprechen. Das Ergebnis der Polizei bestätigt mich. Trotz diesen Bemerkungen habe ich Verständnis, denn dieser Weg muss gerade im morgendlichen Berufsverkehr von vielen Grundschulkinder überquert werden.“

DAS SAGT DER STADTRAT
2021 wird umgebaut, so wollen wir den Verkehr beruhigen
„Der Baubeginn für den Weinmeisterhornweg wird voraussichtlich im Jahr 2021 liegen, da die Wasserbetriebe im Voraus noch Leitungen aus der Fahrbahn in den Gehweg umplanen und verlegen müssen“, teilte mir gestern das Büro von Stadtrat Frank Bewig, CDU, mit. „Nach dem Umbau der Straße wird weiterhin die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt sein. Die Fahrbahnbreite wird 5,50 Meter betragen. Wechselseitig wird Parken möglich sein. In Ost-West-Richtung gilt ‚Rechts vor Links‘, in West-Ost-Richtung werden zur Verkehrsberuhigung Gehwegvorstreckungen errichtet, da es keine einmündenden Straßen gibt.“ Diese 9 Verengungen sollen zur Verkehrsbehruhigung beitragen. Details zu den Plänen: Rathaus – Text: André Görke
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