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+++Corona-Krise +++ CDU fordert mobile Waschbecken für Schulen

Veröffentlicht am 21.04.2020 von André Görke

+++Corona-Krise +++ CDU fordert mobile Waschbecken für Schulen. Ring, Ring, die Schulglocke ertönt wieder. Schulsenatorin Sandra Scheeres, SPD, ruft: „Kinder, wascht euch die Hände!“ Richtig, aber kann das überhaupt funktionieren? Nein, sagt Thorsten Schatz, CDU, und daher: „Ich fordere mobile Wasserhähne für die Schulen.“ Der Schulfachmann der CDU rechnete mir gerade eben am Handy vor: „Wenn jede Schülerin und Schüler sich 30 Sekunden lang vor Unterrichtsbeginn die Hände waschen soll, brauchen sie ohne Ende Waschbecken, bestimmt 50 Stück. Nehmen Sie doch mal eine Schule mit 500 Kindern, die sich in der kleinen 5-Minuten-Pause alle die Hände waschen sollen… wie soll das gehen?“

Seit Montag laufen die Abi-Prüfungen, am 27. April folgen die 10. Klassen, am 4. Mai die 11. Klassen an Gymnasien, die 9. und 12. Klassen an ISS und die 6. Klassen an Grundschulen. Knackpunkt: die Hygiene im Klassenzimmer. 650 Liter Desinfektionsmittel kommen kurzfristig aus der Senatsreserve, Seife soll’s genug geben. Und Lehrer und Schüler sollen bitte Masken tragen. 

Die Spandauer Schulen stehen durch den Alleingang von Senatorin Scheeres vor einem enormen Organisationsaufwand“, kritisiert Schulexperte Thorsten Schatz, der für die CDU-Fraktion in der BVV sitzt. Und der Aufwand ist eh anstrengend: Lehrer sollen erreichbar sein, haben aber keine Diensthandys. Lehrer sollen kommunizieren, haben aber keine dienstliche Mail-Adresse. Sie sollen Videokonferenzen anbieten, aber ihr Arbeitgeber sagt nicht, welches Programm sie dafür überhaupt nutzen sollen, ohne Ärger mit dem Datenschutz zu bekommen. Derzeit telefonieren Lehrerinnen und Lehrer im Homeoffice („Am Küchenfenster habe ich gerade Empfang!“), improvisieren und erklären bis zur Erschöpfung Eltern die Anton-App in den Abendstunden. Und weil es keine Masken gibt, setzen sie sich als voll ausgebildete Pädagogen an die Nähmaschine. Und manchmal werden sie in Diskussionen verstrickt, als ob sie Ärzte oder Virologen wären. Schatz: „Das ist irre!“ Schatz hätte sich gewünscht, dass sich Berlin wie andere Bundesländer mehr Zeit genommen hätte, um den Schulstart seriös zu planen („Die Berliner Schulgemeinschaften sind leider nicht immuner als andere gegen das Virus“). Für die Umsetzung ist jetzt Schulstadtrat Helmut Kleebank, SPD, zuständig. „Mit dem würde ich das ja gern intensiv im Rathaus erörtern“, sagt Schatz und spitzt noch einmal die Kritik: „Aber die BVV tagt ja derzeit nicht – aus Gründen des Gesundheitsschutzes…“

Ihre Erfahrungen in der 1. Woche, kurz, kompakt und mit Spandau-Bezug: spandau@tagesspiegel.de – Text: André Görke
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