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+++Corona-Krise +++ Spielplätze öffnen: Stadtrat spricht von "großem Fehler"

Veröffentlicht am 28.04.2020 von André Görke

Spielplätze öffnen in Berlin: Stadtrat spricht von „großem Fehler“. Pling! Post aus dem Rathaus von Berlin-Spandau, 2. Stock, Blick auf Rosengarten und Havel. Da sitzt Frank Bewig, CDU. Der ist Gesundheitsstadtrat und ziemlich verärgert. Betreff: Öffnung der Kinderspielplätze ab 30. April. „Ich halte die Entscheidung der Bezirksbürgermeister, die Spielplätze ab Donnerstag wieder zu öffnen, für einen großen Fehler“, schreibt mir Bewig in einem Brief und meint damit den „Rat der Bürgermeister“, dem auch Helmut Kleebank, SPD („Corona ist kein Schnupfen“) angehört. Bewig: „So sehr ich unseren Kleinsten wünschen würde, dass sie sich wieder auf unseren schönen Spandauer Spielplätzen austoben dürfen, ist es in der aktuellen Situation nicht verantwortbar. Nicht ohne Grund ist es zu Recht noch verboten, Sportanlagen für Mannschaftssport zu nutzen. Es ist schlechterdings unmöglich, den Kindern beizubringen, auf einem Spielplatz die Abstandsreglungen zu beachten.“ Allerdings würde niemand unterschiedliche Bezirksregeln kapieren. Stadtrat Bewig: „Verantwortlich für die Folgen sind dann für mich jene, die das vereinbart haben – aber auch der Senat, der in den letzten Wochen nicht die Einsicht hatte, dass die damalige Schließung der Spielplätze richtig war.“

New York, Corona, Kladow: Noch sind die Spielplätze mit Flatterband und Info-Brief gesichert – wie hier am Hafen in Berlin-Kladow. Aber es wird bestimmt voll am langen Wochenende. Der „Räuberspielplatz“ in Kladow ist schließlich einer der bekanntesten Spielplätze Berlins, seitdem sogar die „New Yorkes Times“ über ihn berichtet hat: „We take a small ferry across the Havel river to a suburban neighborhood called Kladow, where the Räuberspielplatz is built right into the riverbank.“ Na dann: Get well, Spandau. – Text: André Görke

  • Ebenfalls interessant: Kritik kommt auch von Stadtrat Stephan Machulik, SPD, am Rat der Bürgermeister. Der Stadtrat der berichtet, dass sein Ordnungsamt jetzt offiziell die spielenden Kids auf den Spielplätze überwachen soll – wie auch immer das seriös funktionieren soll. Hier die Geschichte im Newsletter.

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