Namen & Neues

Bus ohne Fahrer - wie auf Sylt, wie in Tegel: Rathaus soll das jetzt testen

Veröffentlicht am 26.05.2020 von André Görke

Sylt ist jetzt Vorbild für Berlin-Spandau. Oder der Tegeler See. Hauptsache: der hohe Norden. Denn an beiden Orten sind kleine Mini-Busse unterwegs, die keinen Fahrer haben. Und so einen autonomen Bus will Spandau jetzt auch haben.

Die Idee stammt noch als nasskalten Wintertagen, als man an der BVG-Haltestellen am zugigen Berliner Stadtrand noch in einen warmen Schal atmete und nicht in eine Maske. Im Dezember 2019 hatten die Fraktionschef der Grünen in Spandau, Gollaleh Ahmadi und Oliver Gellert, die Idee zu Papier gebracht, bitteschön, hier ist sie: Mit so einem Mini-Bus „können kurze, bisher nicht oder unterversorgte Teilstrecken erschlossen oder direkt an den ÖPNV angebunden werden, ohne dass neue Schienen verbaut oder große, teure Linienbusse eingesetzt werden müssten“.

Kopfkino? Gern. Auf Sylt kurvt ein Mini-Bus ohne Fahrer gemütlich durchs Dorf Keitum und fiel bisher auch nicht die Klippen runter (allerdings passt ein Techniker an Bord immer für den Notfall aus).

Ein zweites Hight-Tech-Exemplar rollt auf der anderen Seite der Havel, drüben in Tegel. Dort kurvt ein gelber Bus vom U-Bahnhof Tegel piepend durch die Kiezstraßen zur Seepromenade am Hafen. Länge: 1,2 Kilometer. Tempo: 18. Der Test in Tegel wird ausgeweitet – und wird im Sommer 2020 fortgeführt. Das teilte der Senat im Februar mit. Es geht um große Themen der Zukunft: Digitalisierung, autonomes Fahren. Das Rathaus Spandau möge das doch bitte einmal mit der BVG prüfen, ob so ein Modellversuch bei uns möglich sei. Das beschloss nun der Verkehrsausschuss in Spandau, berichtet die „Morgenpost“ und bestätigt Ausschussmitglied Sebastian Sperlich (Grüne).

Bis der Prüfbericht vorliegt, werden noch zwei, drei Sommertage vergehen, aber die ersten Tagesspiegel-Leser hatten schon vor langer Zeit erste Ideen.

Wie wär’s mit einem Bus zu Berlins beliebtester BVG-Fähre?! Die legt unten am Hafen ab – rüber zum S-Bahnhof Wannsee. Dummerweise sind die Bushaltestellen in Kladow 400 Meter vom Anleger entfernt – und der steile Hang schreckt vor allem Ältere: Der ist anstrengend. Das BVG hat dazu mal gesagt: Das ginge höchstens – mit einem Kleinbus. Oder ist der Hang zu steil? – Quelle: Drucksache 1511 – Text: André Görke, Melanie Berger

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