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Die Grünen ärgern sich über 08/15-Wochenmarkt

Veröffentlicht am 11.08.2020 von André Görke

Die Grünen ärgern sich über 08/15-Wochenmarkt. Die Grünen sind enttäuscht von Stadtrat Stephan Machulik, SPD. Der hatte hier im Newsletter letzte Woche angekündigt, mehr Frischehändler vor Rathaus zu locken und wollte den Besuchern kurzfristig Bierbänke aus dem Rathaus-Keller aufs Trottoir stellen. Machulik: „Dann können die Kunden sich hinsetzen und bei Currywurst, Fisch, Kaffee und Kuchen einfach mal quatschen.“ Und die Grünen so leicht krawallig: „Wir finden nicht, dass alte Bierbänke, Fleisch und Käse die Marktqualität steigern“, schimpften sie bei Twitter. Öhm, was haben die Grünen gegen Sitzbänke und frische Wurst und Käse?

„Von einem Wochenmarkt darf man mehr erwarten als Bierbank und Bratwurst“, schrieben mir Gollaleh Ahmadi und Oliver Gellert (beide bilden die Fraktionsspitze der Grünen im Rathaus), als ich sie nach konkreten Ideen fragte. Hier Auszüge: „Wir sind nicht pauschal gegen Fleisch, Käse, Sitzplätze – aber in Spandau verbirgt sich dahinter konventionelles 08/15-Programm: Bierbänke verbinden wir eher mit Trinkfesten. Es gehört mehr dazu: bequemes gemeinschaftliches Sitzen, ansehnliche Sonnenschutzvorkehrungen, vielleicht etwas Grün, auch mal ausgewählte Straßenkünstlerinnen und Künstler, Vereine, bezirkliche Angebote und Kulturinitiativen.“

Die Grünen schielen rüber auf innerstädtische Märkte, wo es mehr regionale Anbieter gebe und die Märkte mehr Flair haben. „Der Markt sollte nicht bloßer Einkaufsort sein, sondern: vielmehr ein Ort der Kommunikation und des Miteinanders, wo Bürgerinnen und Bürger untereinander und mit Lebensmittelproduzentinnen ins Gespräch kommen, sich über Ernährung, Produktion und Weiterverarbeitung austauschen, wo Kindern eine Mal- und Spielecke neben den Sitzgelegenheiten angeboten wird und Jugendlichen Informationen zu Weiterbildung, Jugendfreizeiten oder Ferienprogrammen.“

Das Fazit fällt dann so aus: „Was uns alles stört am Wochenmarkt vor dem Rathaus? Eintöniges, undiverses Einheitsbreiangebot, 0,0 bequeme, (auch optisch) attraktive Sitzmöglichkeiten, keinerlei Aufenthaltsqualität, keine Angebote über das Übliche hinaus, keine Ideen, kein Elan, daran etwas zu ändern. Alles beschränkt sich auf den reinen Kaufakt.“ Klingt nach einer guten Debatte – zumal die Grünen Fachwissen mitbringen: Sie stellen mit Ramona Pop die Wirtschaftssenatorin in unserer Stadt. – Text: André Görke

  • Finden Sie den Wochenmarkt vor dem Rathaus auch so schlecht? Ihre konkreten Ideen und Eindrücke (gern auch als Händler) an mich: spandau@tagesspiegel.de

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Dieser Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau. Die Tagesspiegel-Newsletter für alle 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de
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