Polizei

Akte Lindenufer: Warum die Polizei ständig zur Havel fährt

Veröffentlicht am 04.12.2018 von André Görke

Gibt nicht so viele Straßen, die berühmter sind in Spandau als das Lindenufer. Vorn die Havel, links die Spree, rechts der Bahnhof, im Rücken das Rathaus. Putzige Namen hatte die Straße früher – Lange Mauergasse oder Garten Gässchen. Als schließlich die Stadtmauer abgetragen wurde und Linden gepflanzt wurden, erhielt sie 1882 ihren Namen: Lindenufer. Doch so idyllisch ist es dort unten am Havel-Ufer nicht immer, zu oft hängen dort schräge Typen rum. Aber was sagt die Statistik? Tommy Tabor, früher CDU, jetzt AfD, hat sich die Akte geben lassen. Titel: „Kriminalität am Lindenufer“. Verfasser: Staatssekretär Torsten Akmann, SPD. In den Vorjahren gab’s dort mal ein kleineres Dealer-Problem (14 Fälle in 2017, 6 Fälle bis Oktober 2018). Im Herbst wurde dort öfter in Autos auf dem Parkplatz eingebrochen („5 Fälle“). Wenn es heiß wird und sich viele Jugendliche unten an der Havel tummeln, gibt es öfter Ärger (9 x Körperverletzung, 5 x Sachbeschädigung, 2 x Fahrraddiebstahl) als im kalten Winter. Vor allem aber ist offensichtlich der Lärm ein Einsatzgrund für die Berliner Polizei: 56 Mal wurde die Polizei bis 1. November 2018 zum Spandauer Ufer alarmiert („unzulässiger Lärm“) – das ist der Höchstwert seit acht Jahren. – Quelle: Polizeistatistik 2018

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