Kiezgespräch
Veröffentlicht am 25.09.2018 von André Görke
1 Friedhof, 1000 Geschichten. Vor zehn Jahren starb Thomas Dörflein im September 2008 – er wurde bekannt als Pfleger des Eisbären Knut im Zoo (der wiederum 2011 starb). Dörflein, den alle mochten, weil er so ein herrlich unaufgeregter Typ war, liegt auf dem Friedhof in den Kisseln – Spandaus größter Friedhof, der voller Geschichten steckt (und voller Wildschweinen, die nicht mehr rein- aber auch nicht rauskommen dank des Schutzgitters im Boden, aber das ist eine ganz andere Geschichte).
Lust auf einen Herbst-Spaziergang? „Der Name wurde abgeleitet von den vorhandenen ‚Küsseln‘ – mit Kiefern bewachsene Sanddünen“, erfahren wir auf der Friedhofsseite. Die Kurzgeschichte ist etwas kryptisch: „Aus hygienischen Gründen bestimmte die Polizei 1866, dass Leichen auf dem kürzesten Weg zur Begräbnisstätte gelangen sollten. Da der Friedhof In den Kisseln weit von der Stadt Spandau entfernt lag, wurden dadurch die Leichenzüge durch die Stadt vermieden.“ Eines der bekanntesten Denkmale ist das „Loebelfeld“ – dort wurden im Februar 1947 die 80 Opfer der schweren Brandkatastrophe in der Gaststätte „Karlslust“ (Hakenfelde) beigesetzt, an die wir hier im Spandau-Newsletter 02/2017 erinnert haben. Das Loebelfeld wurde nach dem Inhaber des Lokals, Julius Loebel, benannt. Auf dem Friedhof liegen auch Gottlob Münsinger, Bürgermeister von Spandau, und Wasserball-Legende Uwe Gaßmann, an den auch eine Tafel am Schwimmbad an der Gatower Straße erinnert. – Info: Friedhofsgeschichte