Kiezgespräch

Veröffentlicht am 29.11.2021 von André Görke

Zur Postruine: „Habe dort bis 2000 gearbeitet“. Letzte Woche berichtete ich über die Postbrache zwischen Bahnhof und Havelufer, wo im Dezember 2021 die Bagger zu sehen sein sollen. Im Dezember 1995 wurde die Post verkauft, das Ende war besiegelt. „Die alte Post wurde 1995 nicht gleich verrammelt und eingemottet“, berichtet Leserin Melanie Messow. Sie muss es wissen: „Ich habe dort am Juli 1997 angefangen in der Zustellung, später meinen zukünftigen Ehemann kennengelernt und bis 31. Dezember 2000 im Erdgeschoss am Schalter gearbeitet. Mein Ex-Mann hat dort noch bis Anfang 2006 in der Zustellung gearbeitet, da waren die Schalter schon ausquartiert.“30 Jahre nach dem Verkauf soll dort ein neues Hochhausviertel stehen: hier die neuen Simulationen.

Zur Weihnachtskirche in Haselhorst. Letzte Woche schrieb ich, dass die Weihnachtskirche Weihnachten 1934 eingeweiht werden sollte, dann aber der Eröffnungstermin blöderweise verfehlt wurde. Stattdessen wurde es der 6. Januar 1935. Dazu schrieb mir Spandaus Pfarrer Viktor Weber: „Wenn man annimmt, dass die Kirche zum Weihnachtstermin laut russisch-orthodoxer Kirche am 6. Januar fertig werden sollte, so war man doch vorbildlich pünktlich.“

Zum Schiffswrack von Kladow. Aus dem Ruderboot auf der Havel meldete sich jetzt Wolfram Tessmer, Chef des „Spandauer Ruderclubs Friesen“ (neben der Freybrücke). Nicht nur er verfolgt wie viele andere Wassersportler mit Verwunderung das behördliche Desinteresse an einem Schiffswrack namens „Yellow Submarine“, das hier seit dem Frühjahr 2020 Thema ist: hier 4 Fotos und hier meine Geschichte im Tagesspiegel. Das Wrack beschäftigte Behörden, es wurde leergepumpt, liegt jetzt aber wieder abgesoffen im Fluss und lehnt sich gemütlich ans Gitter der Schilf-Schutzzone. Der Segelmast fehlt mittlerweile: unten ein aktuelles Foto. Ob die neuen Stadträte Thorsten Schatz, CDU (Umweltschutz) und Gregor Kempert, SPD (Ordnungsamt) wohl noch mal nachhaken und gemeinsam mit Landesbehörden und Wasserstraßenamt eine Lösung finden? Bislang schieben sich alle Beteiligten die Verantwortung leider nur zu.