Mein Tipp für Sie: Pilgerweg zum Mauerfall von Staaken nach Kladow

Veröffentlicht am 29.10.2019

Immer faszinierend, was in Spandaus Kirchen los ist. Beispiel gefällig? Logo, gern, hier kommt Neues aus Staaken in Berlin-Spandau. Die evangelische Kirche lädt am 8. November 2019 zum „Pilger- und Gedenkweg“ von Staaken nach Kladow. Titel: „Spaltung und Versöhnung, Tod und Leben, Abbruch und Neubeginn, Suchen und Finden“. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Mahnmal von Willi Block (Finkenkruger Weg/Albrechtshofer Weg). Willi Block war schon einmal in den Westen geflüchtet, kehrte in die DDR zurück, arbeitete im Betonwerk in Staaken – und wollte am 7. Februar 1966 wieder nach West-Berlin fliehen. Er verhedderte sich im Stacheldraht, wurde von Kugeln getroffen und starb. Hier ist seine Geschichte: chronik-der-mauer.de.

Die Kirche, die Toten, die Mauer. Um 14 Uhr treffen sich alle zur Kurz-Andacht und zum Pilger-Segen auf dem St. Franziskus-Grundstück Finkenkruger Weg Nr. 27. Über die Gartenstadt Staaken (früher direkt am DDR-Todesstreifen gelegen) geht es zur Andacht in die Dorfkirche – die lag knapp hinter der Mauer. Zehn Minuten entfernt wird am Mahnmal an Dieter Wohlfahrt erinnert. Er war Österreicher, Fluchthelfer – und wurde im Dezember 1961 an der DDR-Grenze in Spandau erschossen. Hier eine Erinnerung an Wohlfahrt, und hier meine Bilder von der Gedenkstätte an der Bergstraße.

Der Mauer-Weg runter nach Kladow. Die Kirchengemeinde zieht um den Hahneberg herum zum Weinmeisterhornweg und fährt mit dem BVG-Bus 135 nach Kladow. Am Glienicker See wird an der Mauergedenkstätte, 17 Uhr, gestoppt – hier war Spandau und damit West-Berlin zu Ende, hier begann die DDR. „Wir treffen hoffentlich Wanderer von Mariae Himmelfahrt aus der Sakrower Landstraße“, heißt es im Zeitplan der Kirche. Anschließend steht um 18 Uhr der Jugendgottesdienst in der Schilfdach-Kapelle an. Auch sie ist ein Wendeort: Die Kladower Kirche von Pfarrer Alexander Remler (1900 Gemeindemitglieder) wurde gebaut, weil das eigentliche Gotteshaus dort auf der anderen Seite des Glienicker Sees lag – durch die Mauer getrennt in der DDR. – Text: André Görke

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