In Gedenken an die zerstörte Synagoge am Havel-Ufer

Veröffentlicht am 05.11.2019

Erinnern an den 9. November 1938 in Berlin-Spandau. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde auch die Synagoge am Havelufer (Lindenufer Ecke Kammerstraße) in Brand gesteckt. Die Nazis verwüsteten Geschäfte und verschleppten Rabbiner Arthur Löwenstamm ins KZ Sachsenhausen. Der Rabbiner wurde so lange misshandelt, bis er seine Gemeinde aufgab, und kam dann frei. Er floh 1939 nach England und starb 1965 in Manchester. Seit 2002 trägt eine Straße in Staaken seinen Namen. Gewohnt hat Löwenstamm zwischen Wröhmännerpark und Flankenschanze: In der Feldstraße steht vor der Hausnummer 11 ein Gedenkschild.

Freitag, 8. November, 10 Uhr: Gedenken am Mahnmal am Berliner Havel-Ufer. Am Havel-Ufer befindet sich seit 1989 das Mahnmal, das an die zerstörte Synagoge erinnert. „Jeder Mensch hat einen Namen“ – unter diesem Motto wurde das Mahnmal 2012 um eine Namensmauer ergänzt. Die eingefügten Steine erinnern an die deportierten und ermordeten Spandauer Bürgerinnen und Bürger jüdischer Herkunft. Der Abschnitt des Uferweges an der Havel zwischen der Juliusturmbrücke und der Dischingerbrücke, an dem auch das Mahnmal liegt, trägt seit November 2014 den Namen „Sternbergpromenade“ und erinnert an die Familie Sternberg, die zwei Jahrhunderte lang eine der prägendsten jüdischen Familien in Spandau war. Gedenktermin: Freitag, 8. November, 10 Uhr, u.a. mit Simon Zkorenblut, Kantor der Jüdischen Gemeinde, und Rabbiner Jonah Sievers sowie Bürgermeister Helmut Kleebank, SPD. Und Konfirmandinnen der ev. Kirche Siemensstadt werden an die jüdische Familie Stein aus Siemensstadt erinnern – im Mai stand hier ihre Geschichte.

Stoffbahnen erinnern an 100 ermordete JudenIm Turm von St. Nikolai hängen seit dem Jahr 2000 übrigens vier Stoffbahnen mit den Namen der 100 ermordeten Juden aus Spandau.  – Text: André Görke
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