Mein Tipp: Klein-Venedig und Fischbrötchen an der Heerstraße

Veröffentlicht am 05.05.2020

Am Wochenende war ich auf Spandau-Safari. Also kreuz und quer im Berliner Westen unterwegs. Gestoppt habe ich schließlich in „Klein-Venedig“. Das liegt nicht in Italien, sondern in Berlin-Spandau. So heißt dieses verschnarchte Kleingarten-Idyll zwischen Ikea und Heerstraße – hier eine Luftaufnahme.

Der Ort ist zauberhaft: wilde Gärten, enge Kanäle, nette Leute – hier zeige ich Ihnen meine Fotos vom Wochenende. Wann waren Sie das letzte Mal da? Hinein geht es am Südhafen in Tiefwerder. Der kleine Ausflug führt vorbei an alten Bootshallen, an der Rockdisko „Ballhaus“ (da haben einst die Ärzte getanzt) und flachen Häusern, die so ähnlich auch in Warnemünde am Hafen stehen könnten. Spazieren Sie an Flieder und Wildgänsen vorbei, setzen Sie sich an den Kanal oder an die Havel. Toll! Und wer seufzen will bei so viel Schönheit, kann dies an der „Seufzerbrücke“ tun – die gibt es wirklich, hier der Fotobeweis.

Überraschung zum Schluss: eine Fischbude! Wer die Havel weiterspaziert, findet neuerdings neben der Freybrücke einen kleinen Imbiss. Den Stand kann man auch oben von der Heerstraße sehen: Viele BVG-Fahrgäste gucken überrascht aus dem Bus runter – auf dem Fahrradweg bleiben sogar Leute stehen. Alle fragen sich: „Was steht da am Imbiss?“ Die Antwort: „Fischbrötchen, Räucherfisch, Backfisch – geöffnet am Wochenende, 10 bis 17 Uhr.“ Hier ein Foto. Man drückt eine kleine Klingel, und dann kommt ein netter Mann um die Ecke geeilt: ein Fischer.

„Aus der Havel hole ich den Aal“, sagt er. „Geräuchert wird bei mir zuhause in Tiefwerder.“ Er stammt aus einer der letzten Fischerfamilien aus Tiefwerder. Die Brötchen waren an diesem Tag so lala, aber geschenkt: Der Fisch war schmackhaft. Im Angebot sind Räucherforelle im Brötchen (4,50), Matjesfilet und Bismarckhering im Brötchen (beide 2,80 Euro). Und natürlich Räucherfisch. – Text: André Görke

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