Nachbarschaft

Veröffentlicht am 06.02.2018 von Robert Klages

Den YE-MC Kebab gibt es bereits seit 2001. Einer der Inhaber ist Cemal Aslan, der selbst in Schöneweide wohnt. „Yemec“ bedeutet Essen auf Türkisch, erklärt er mir. Den Bindestrich habe man sich patentieren lassen. („Kleiner Scherz“). Ich sei der Erste, der danach frage. 2001 habe hier in Hakenfelde noch kaum jemand Döner gekannt. Die älteren Leute hätten nur skeptisch in den Laden geblickt. Doch das habe sich geändert. Döner sei auch ein Essen für die Älteren geworden. 300 Kunden pro Tag, schätzt Aslan. Schon um acht Uhr morgens würden Schulkinder klopfen und Brot mit Soße wollen. Um neun Uhr kämen die ersten Döner-Kunden. Ein etwa 25-Jähriger würde alle zwei Tage kommen. Schweigen. Ich notiere.

Der Stift rutscht mir aus den fettigen Händen. Aslan erzählt weiter: Der YE-MC Döner hat auch schon mal Teutonia Spandau und die Behindertenhilfe Johannesstift gesponsert. Aslan holt eine Urkunde von der Wand. Seine jüngste Kundschaft sei übrigens unter sechs Jahre jung. „Ja, glaub es!“ Ja, glaube ich ja. Ob denn sein Döner nach irgendeinem türkischen Spezialrezept konzipiert sei, frage ich nach. Da winkt Aslan ab: „Döner in der Türkei würde dir nicht schmecken.“ (Ich berichte von meinem Istanbul-Urlaub 2012, Aslan schaut auf die Uhr) Den richtigen Döne® gebe es nur in Deutschland, ruft er dazwischen. Schweigen. Einstimmigkeit. Harmonie. Ein Lachen. Zwei Lachen. Sättigungsgefühl bis hin zur Mittagsmüdigkeit. Geheimtipp: Es gibt noch eine Filiale in der Altstadt. Falls es beim YE-MC bald zugehen sollte wie bei Mustafas unterm Kebabspieß.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: spandau@tagesspiegel.de

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