Nachbarschaft

Veröffentlicht am 27.11.2018 von André Görke

Björn Hagge, 59, Schäfer. Seine Tiere stehen auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau. Unser Foto vom Gehege neben der Kirche St. Nikolai finden Sie hier.

Herr Hagge, Spandau-Newsletter hier. Wo erwischen wir Sie gerade?
Ich stehe mit 200 Schafen in der Döberitzer Heide.

Stehen Sie nicht täglich auf dem Weihnachtsmarkt?
Nicht jeden Tag, und auch nicht mit 200 Tieren. Auf dem Weihnachtsmarkt werden sechs Gotlandschafe stehen – behornte, ausgeglichene Tiere. Wenn die Ruhe haben wollen, ziehen sie sich in die Krippe zurück.

Wie kann man den Tieren eine Freude machen?
Kraulen. Dort, wo sie selbst nicht rankommen.

Futter?
Kein Futter! Die kriegen von mir frisches Heu.

Die Gerüche, die Geräusche …
… machen denen nichts aus. Die sind an Menschen gewöhnt, die Tiere sind sonst auch im Schloss Charlottenburg im Einsatz, am Flughafensee Tegel oder auf dem Südgelände in Schöneberg. Ich habe 450 Tiere, das sind laufende Rasenmäher, die sind gut für die biologische Vielfalt. Wir pflegen die Landschaft, ich erkläre das auch gern Kindern. Sie finden mich an der Naturschutzstation am Hahneberg.

Wie kamen Sie nach Spandau?
Ich bin 2012 aus Eutin nach Spandau gekommen … Eutin kennen Sie? Liegt in Schleswig-Holstein, Ostseeküste. Ich habe im sozialen Bereich mit Langzeitarbeitslosen gearbeitet. Schafe waren mein Hobby. Dann habe ich mir gedacht: Die letzten Berufsjahre willst du nur noch das machen, was dir richtig viel Spaß macht. Und dann bin ich mit meinen Schafen zum Hahneberg gezogen. Ich mag’s dort … Stadt, Land, Ausblick.

Und was mögen Sie nicht?
Vandalismus. Und Hunde im Schafsgehege.

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