Nachbarschaft

Veröffentlicht am 08.01.2019 von André Görke

Rolf Grande, 35, aus Hakenfelde.

Wie kamen Sie nach Spandau? „Ich bin Pankower, komme aus dem Florakiez. Vor sieben Jahren bin ich nach Spandau gezogen. Pankow wurde mir zu teuer, mein Arbeitsplatz liegt in Potsdam – und so ist es Hakenfelde geworden. Ich mag das Grün, die Havel, das passte. Mir gefällt aber nicht, wie sich Hakenfelde entwickelt: In der Wasserstadt werden einem Hochhäuser vor die Nase gesetzt, an der Havel entstehen teure Wohnungen, sogar richtig Luxus. Das spürt man im Kiez, hier passiert ein Kulturwechsel und zwar schnell. Und da mache ich mir meine Gedanken: Wie lange kann ich meine Wohnung noch bezahlen? Sonst geschieht das, was mir in Pankow passiert ist: dass es zu teuer wird. Und das möchte ich verhindern.“

Was stört Sie in Spandau? „Ich fahre gerne mit der BVG, doch die Busse kommen nur schwer durch. Klar, zu West-Berliner Zeiten war Spandau eine Sackgasse, aber die Streitstraße ist heute immer voll. Die kann den Nord-Süd-Verkehr kaum noch aufnehmen. Und dann alle paar Meter eine Ampel! Mich stört aber noch was: der Egoismus. Keiner steht mehr im Bus auf, keiner macht Platz beim Aussteigen. Das ist so schade. Es geht doch nur gemeinsam in Spandau, oder?“

Was mögen Sie? „Die Havel – ob auf den Brücken in der Wasserstadt oder auf Eiswerder. Der Blick gen Süden mit der Altstadt und der Nikolaikirche ist immer wieder schön.“

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