Nachbarschaft

Veröffentlicht am 18.02.2020 von André Görke

Urte Evert, seit 2017 Museumschefin der Zitadelle. Seit 100 Jahren gehört Spandau zu Berlin. Ein, öhm, feierlicher Anlass für die stolzen Spandauer? „Die Ausstellung heißt passenderweise: „Jein Danke!“ Dauer: von Mai 2020 bis Januar 2021. Frau Evert, welche Fragen werden in der Ausstellung geklärt?

  • „Was hat zur Spandauer Identität geführt? Im Spannungsfeld zwischen Berliner Verwaltung und dem Spandauer Magistrat und dem Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner Spandaus werden wir die Themen Verkehr, Arbeit, Freizeit, Wohnen und Militär vorstellen. Sie waren prägend für Spandau um 1920 und grundlegend für die heutige Selbstwahrnehmung Spandaus.
  • Warum hat sich Spandau so gegen seine Eingemeindung gewehrt? War das überhaupt flächendeckend der Fall oder hatte die Bevölkerung damit ein geringeres Problem als die um ihre Posten fürchtenden Stadtoberen?
  • Welche anderen Themen waren in den 1920ern in Spandau relevant?  Manche wirken erstaunlich aktuell – wie Wohnungsnot, Naturschutz versus Bauland, Anschluss an ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz, U- und S-Bahn-Erweiterung, Zusammenstöße zwischen linken und rechten Kampfverbänden, die im nach wie vor militärisch geprägten Spandau für politische Unruhe sorgten.
  • Was machte die Wirtschaft nach dem Krieg? Gerade Siemens schaffte es, eine ungeheure Produkterweiterung für Industrie und Haushalte zu initiieren – wovon interessante Objekte sich im Spandauer Museum wiederfinden werden. Das Siemens-Archiv hat zudem dankenswerterweise dazu beigetragen, dass ein großartiges Bildmaterial zu sehen sein wird, das nicht nur industrieromantisch ist.
  • Wie war die Freizeitgestaltung in Spandau? Da gab es einiges mehr als nur Wald und Wasser – und nebenbei wird die Frage geklärt, was der Groß-Berliner Dauerwaldvertrag mit Spandaus schlimmstem Serienkiller Friedrich Schumann zu tun hatte.
  • Welche Zukunftsvorstellungen haben die Menschen heute zum Thema Groß-Berlin und Spandau? Um das herauszufinden, werden Möglichkeiten für die Besucherinnen und Besucher geschaffen, sich zu äußern – gerade auch mit Angeboten für Menschen, die sonst vielleicht nicht so unbedingt ins Museum gehen.“

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  • …und viele, viele Leserbriefe: Wir suchen eine Frittenbude!
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