Nachbarschaft

Veröffentlicht am 29.09.2020 von André Görke

Und wo lesen Sie den Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau? Ich bekomme irre viele Leserzuschriften aus Kladow, Staaken, Haselhorst, aber auch aus Schweden, Nambia, USA und Ecuador. Was hat all diese Leute in die Ferne verschlagen? Und was verbindet sie mit Spandau? Jetzt schrieb mir Newsletter-Leser Puck Schinkopf, 82, aus Toronto in Kanada. Das kleine Foto oben entstand einst am Alemannkanal.

Wer sind Sie? „Mein Name ist Puck Schinkopf. Ich habe 1956 meine zweite Heimat in Kanada gefunden und viele schöne Erinnerungen an Hakenfelde.“

Sind Sie Spandauer? „Ich wohnte in Konradshöhe, also in Reinickendorf. Aber meine Großeltern waren Mitglieder im Verein der „Wannseeaten 1911 “ am Alemannkanal. Sie hatten ein Wochenendhäuschen, dort bin ich quasi aufgewachsen. Manchmal bin ich durch die Havel geschwommen, um meine liebe Oma zu besuchen. Sie wohnte dort auch nach Opas Tod. Von den Wannseeaten habe ich sogar noch eine Postkarte, hier ist sie.“

Wo lag Ihr Spandau? „In Hakenfelde war oft Rummel hinter dem Schützenhaus. Dann gab es das „Haki-Kino“, Erntedank-Fest, den Umzug im Johannisstift, Tanz bei Adermeit, Ansegeln von Nordstern oder das Sommerfest der Wannseeaten… ich war oft dabei. Dieses Jahr leider nicht, die Coronaseuche hat alles versaut. Und ich hatte viele Verwandte in Spandau: Tante Trudchen hatte eine Kneipe an der Ecke Mauerstraße. Da steht heute das Karstadt-Parkhaus. Ich hatte Onkel und Tanten in Tiefwerder, Dorfstraße Nr. 5 mit Toilette auf halber Treppe im Treppenhaus. Ich hatte Verwandte in der Pichelsdorfer, Weißenburger, Gehlberger Straße…“

Sind Sie allein in Toronto? „Nein, ich bin gesund und munter mit meiner lieben  ‚Berliner Frau‘ hier, Gitta kommt aus Buckow, also Neukölln. Wir sind bald 60 Jahre glücklich verheiratet mit 2 Kindern, 5 Enkelkinder und 1 Ur-Enkelsohn.“

Warum Kanada? „Im September 1956 bin ich nach meiner Ausbildung zum Betonbauer nach Toronto geflogen, um Englisch zu lernen… ich lerne immer noch. Ich habe hier ein College besucht und war 36 Jahre als Ingenieur tätig.“

Ihr Wunsch? „Hoffentlich kann ich im kommenden Jahr noch einmal auf dem Spandauer Wochenmarkt bummeln. Und dann esse ich eine Schillerlocke aus der Hand, wie immer in Papier gewickelt… liebe Grüße nach Spandau an alle!“

  • Und wo lesen Sie den Spandau-Newsletter? Was vermissen Sie und was nicht? Wo ist Ihr Lieblingsort – und welcher sollte unbedingt verbessert werden? Mail an mich mit Foto und Alter: spandau@tagesspiegel.de – André Görke

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