Nachbarschaft
Veröffentlicht am 09.01.2023 von André Görke
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Ohne das Kiez-Wissen der Nachbarn in den 97 Berliner Ortsteilen würde das ganze Newsletter-Konzept nicht funktionieren: Denn keiner kennt die Kieze besser als die Leute, die dort leben. Gerhard Bertling, 65, war schon häufig Tippgeber im Spandau-Newsletter. Hier spricht der Ingenieur aus Kladow über sein Spandau, Lieblingsorte in der Altstadt und Staaken – und Wintertipps.
Lieber Herr Bertling, wo liegt Ihr persönliches Spandau? „Nach einer Kindheit in Schöneberg und einer längeren Phase im Wedding sind meine Frau und ich vor 16 Jahren nach Kladow gezogen, und hier wollen wir auch bleiben. Seitdem betätige ich mich regelmäßig als ‚Dorf-Fotograf‘, das eine oder andere Foto hat es auch schon in den Tagesspiegel geschafft.“
Ein Ort, den Sie anderen ans Herz legen? „Dürfen es auch zwei sein? Unser tolles Open-Air-Kino ist immer wieder ein schönes Erlebnis (wenn das Wetter mitspielt). Nicht so bekannt ist vielleicht der Hahneberg. Hier hat man von oben einen tollen Blick und kann im Sommerhalbjahr eine der interessanten Führungen im Fort Hahneberg besuchen.“
Ein Ort, über den Sie sich oft in Spandau ärgern? „Da fällt mir keiner ein. Es wäre ja auch paradox, in einen Bezirk zu ziehen, der mich ärgert. Natürlich gibt es Ortsteile in Spandau, die ich mehr oder weniger mag, und auf der Heerstraße im Stau zu stehen, ist nicht nett. Aber wirklich geärgert hat mich noch kein Ort.“
Ein Ort, den Sie in Spandau ebenfalls verbessern würden? „Die Radwege vom Kladower Damm zur Heerstraße sind streckenweise eine Herausforderung. Mit diesen Radwegen bekommen wir niemand vom Auto aufs Fahrrad. Der Ausbau des Havelradweges war ja 2018 schon mal geplant – ob das noch jemals etwas wird? Ein Fall für das Tagesspiegel-Rechercheteam ;-)“
Ein Ort, der Ihnen ganz persönlich ans Herz gewachsen ist? „Morgens mit einer Thermoskanne Kaffee auf einer der Bänke oder der Steinterrasse am Kladower Hafen sitzen, bevor die erste Fähre aus Wannsee kommt, Kormorane und Graureiher beobachten, mit etwas Glück sieht man auch Wildschweine zur Insel Imchen schwimmen. Als Großstadtkind kann ich da wunderbar entspannen.“
Ein Ort, den Sie schon eine Ewigkeit kennen? „Zum Groß-Glienicker See bin ich schon als Student mit Kommilitonen der Technischen Fachhochschule gefahren. Der Weg war weit, aber das Wasser super sauber und man konnte direkt am See parken. 45 Jahre später und inzwischen im Ruhestand ist das Moorloch immer noch meine Lieblingsbadestelle. Im Sommer schwimme ich morgens gerne mal kurz eine Runde, bevor es voll wird.“
Ein Ort, wo man den Winter genießen kann? „In richtigen Wintern – die Älteren erinnern sich – ist es am Havelufer toll, wenn der Fluss zugefroren und mit Schnee bedeckt ist. Ich habe da mal einen Jogger gesehen, der von Wannsee nach Kladow gelaufen ist – irre. Für mich als Freizeitkapitän ist der Winter ja nur die Wartezeit auf die nächste Saison und darf daher schnell vorbeigehen.“ – Fragen: André Görke
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Hier einige der weiteren Themen im aktuellen Spandau-Newsletter
- Alarm in der Grundschule: Baumaterial fiel in Staaken vom Dach
- Hollywood, Baumfällungen und Tiefgarage: das neue Wohnviertel in der Wasserstadt für 1000 neue Nachbarn
- Was wäre der Newsletter nur ohne seine Leserinnen und Leser!? Heute im Interview: ein Kladower über seine Lieblingsorte in Spandau
- Spandaus letzter Rabbiner: Gedenktafel endlich saniert
- Neue Leiterin im Schulamt: Hallo!
- Gutspark Neukladow: Millionen-Ausbau beginnt
- 30.000 Katholiken, 2 neue Bündnisse
- Abriss der Zufluchtskirche
- Mit der U7 zum Hahneberg? Neue Idee für den alten Parkplatz am DDR-Grenzübergang
- „Die drei ???“ in Spandau: Ausstellung verlängert
- Entdeckt am Havelufer: das Fernrohr mit Blick auf den Grunewaldturm
- Wasserball: Heute ist Todestag der Spandauer Wasserball-Legende
- Scharfe Lanke: Reaktionen zur Schranke auf dem Radweg
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