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Das Schicksal der Familie Hohenemser: Schülerinnen und Schüler forschen zu jüdischen Nachbarn

Veröffentlicht am 19.05.2022 von Boris Buchholz

20.05.2022 – 16:00 Uhr

„Es war Augen öffnend“, die Willkür des NS-Staates sei erschreckend, der Projektunterricht sei „Geschichte um die Ecke“, „da wurden Menschen zu Objekten gemacht“ – vor einem Jahr berichteten Borbala, Hannah und Emilia, alle heute 18, und Laura und Marielle, heute 17, dem Tagesspiegel von der Arbeit an der Stolperstein-Ausstellung über die Lankwitzer Familie von Richard und Alice Hohenemser. Im Geschichtsunterricht hatten sich die damaligen Elftklässlerinnen mit der Geschichte ihrer jüdischen Nachbarn beschäftigt – die Familie Hohenemser wohnte nur einen Steinwurf vom Beethoven-Gymnasium entfernt, das die Jugendlichen besuchen. Die 36 Schülerinnen und Schüler aus zwei Geschichtskursen erstellten eine Ausstellung, schrieben über die Leben der Hohenemsers, stellten Zusammenhänge her, erklärten die rassenideologische Wissenschaftspraxis ebenso wie Euthanasie. Der rote Faden der Forschungen reicht bis heute und zu dem wieder erstarkenden Antisemitismus. Als ich vor einem Jahr die Schülerinnen und Schüler in Lankwitz besuchte (meinen Bericht lesen Sie hier), hing die Ausstellung schon – allerdings war sie zunächst nur für die Schulöffentlichkeit zu sehen.

Doch jetzt ziehen das Leben und der Tod von Richard, Alice und Sohn Kurt Hohenemser größere Kreise: Jugendstädträtin Carolina Böhm (SPD) lädt am morgigen Freitag, 20. Mai, um 16 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung „Stolpernd zurückschauen – Das Schicksal der Ehepaars Hohenemser“ in das Kinder- und Jugendzentrum Dr. Wolf in der Geraer Straße 43 ein. Die Ausstellungseröffnung habe aus „pandemischen Gründen“ immer wieder verschoben werden müssen, sagt sie.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli immer montags bis freitags in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet – ich weiß aus eigener Anschauung: Der Besuch in Jugendzentrum an der Grenze zu Lichterfelde lohnt sich. Mehr Informationen gibt es hier: kijudrwolf.de