Intro
von Boris Buchholz
Veröffentlicht am 04.01.2018
ein frohes Neues Jahr! Ich hoffe, Sie sind gut in 2018 hineingekommen. Das bringt mich gleich zum Thema: Heute Morgen flatterte rot-weißes Band auf dem S-Bahnsteig Zehlendorf – der Aufzug ist defekt, wieder einmal. Auf einem das Flatterband begleitenden Schild steht, am 28. Dezember (!) sei der Aufzug wieder fahrbereit. Mein Gefühl ist: Das Ding ist öfter kaputt, als dass es funktioniert. Aber stimmt das? Auf der Website brokenlifts.org weist der Verein Sozialhelden in Kooperation mit BVG, S-Bahn und VBB auf defekte Aufzüge hin und dokumentiert (ein wenig) die Ausfälle. Stimmt, da steht es auch: An Heiligabend um 14.45 Uhr wurde der Zehlendorfer Lift als defekt gemeldet – und seitdem leuchtet das Aufzug-Symbol hübsch BSR-orange. Das letzte Mal war er am 23. Dezember außer Betrieb gewesen (Meldung von 19.45 Uhr)! Und am 24. um 10 Uhr ging er wieder – leider nur ganze vier Stunden und fünfundvierzig Minuten.
Um den Reparateuren der öffentlichen Nahverkehrshubanlagen kein Unrecht zu tun: Ich bin auf der Seite brokenlifts.org etwas herumgesurft; oft liegen zwischen der Defekt-Meldung und der Reparatur nur wenige Stunden. So konnte man zwar am 9. Dezember ab 14.30 Uhr den Aufzug in Zehlendorf nicht benutzen; aber knapp zehn Stunden später, es war 4.15 Uhr in der Nacht, liftete er wieder. Leider sind nur die letzten drei Ausfälle online einsehbar. Und erstaunlicherweise war angeblich im ganzen November die Lift-Fahrt möglich. Unverständlich bleibt mir, warum ein Aufzug fast zwei Wochen festsitzt. In einem Wohn- oder Bürohaus würde das nicht passieren: Ist es denn nur ein „Kavaliersdelikt“, wenn Fahrgäste, die die Treppen nicht bewältigen können, von der Bahnfahrt ausgeschlossen werden? In dieser Minute sind 13 Aufzüge an Bahnhöfen außer Betrieb. (Ich komme gar nicht mehr runter: Vollkommen unklar ist mir, warum der U-Bahnhof Schloßstraße über keinen Aufzug verfügt. Und warum die Fahrstuhlschächte zwischen Gleisen und Parkdeck am Südkreuz, dem nächsten Fernbahnhof und angeblich der Bahnhof der Zukunft, vorhanden sind – aber nichts drin ist.)
Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer – schon auf Kindesbeinen lief er in Steglitz und Zehlendorf herum. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-b.buchholz@tagesspiegel.de