Kiezkamera

Veröffentlicht am 30.07.2020 von Boris Buchholz

„Hallo, mein Freund“, begrüßt Onur Belai einen neuen Kunden. Onur Belai arbeitet in der „Foodstation Sumak“, direkt am S-Bahnhof Zehlendorf, der Imbiss gehört seinem Onkel Fuat Koya. Und weil dieser ein Schild an die Tür gehängt hat, kommen wir ins Gespräch. „Liebe Gäste, wenn Sie mal nicht bezahlen können, dann ist es nicht schlimm, denn niemand soll hungern“, steht auf dem Aushang. Und: „Bitte nutzen Sie unsere Großzügigkeit nicht aus, damit wirklich Bedürftige davon profitieren können.“ Täglich kämen um die drei oder vier Gäste, die nicht bezahlen können, erfahre ich. Ein Dürum Döner, türkische Pizza oder ein ein halbes Hähnchen – auch ein Getränk sei kein Problem. „Manche sagen, sie zahlen nächste Woche“, berichtet Herr Belai, „und das klappt“. Die anderen können gratis eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Inhaber Fuat Koya hat auch eine Bitte an alle zahlenden Gäste: „Wenn Sie Obdachlose kennen oder Menschen, die sich kein Essen leisten können, dann schicken Sie sie bitte her, wir schenken ihnen eine Mahlzeit und ein Getränk.“ Respekt an die Inhaber-Familie – und allen hungrigen Seelen (egal ob sie bar, kontaktlos oder gar nicht bezahlen) wünsche ich guten Appetit! – Text: Boris Buchholz
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