Kultur

Es werde warm: Die "Kathedrale im Herzen Zehlendorfs" wird wieder (provisorisch) geheizt

Veröffentlicht am 28.11.2019 von Boris Buchholz

Die „Kathedrale im Herzen Zehlendorfs“ wird wieder (provisorisch) geheizt. Konzertausfall wegen kalter Kirche – so lautete letzte Woche mein Bericht über die Zehlendorfer Pauluskirche. Der Artikel schlug (wohl eher Hitze- als Kälte-) Wellen. „Das ist mehr als blamabel“, meinte Leser und langjähriges Mitglied der Gemeinde Lothar Beckmann: „Aus meiner Sicht steht viel auf dem Spiel: nämlich das jahrzehntelang geduldig aufgebaute und verlässliche, hochwertige Konzertieren in der ‚Kathedrale im Herzen Zehlendorfs‘ und auch die Beschaffenheit der einzigartigen und kostbaren Orgeln in der Pauluskirche.“

„Auch wir sind sehr enttäuscht, dass das Konzert nicht wie vorgesehen stattfinden konnte“, schrieb mir Bertram Morbach, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats (GKR). „Die Kirchenmusik ist für uns ein wesentlicher Schwerpunkt der Gemeinde und die beiden Orgeln sind eine Attraktion unserer Kirche.“ Zusammen mit Kantor Cornelius Häußermann wolle er prüfen, ob sich für das Konzert nicht ein späterer Termin „zum Beispiel in der Passionszeit finden lässt, damit die vielen Proben nicht umsonst waren“.

Die gute Kirchenschiffs-Meldung aber lautet: „Voraussichtlich zum Ende der Woche“ könne die Heizung wieder provisorisch in Betrieb genommen werden, teilt Bertram Morbach mit. Allerdings gehe das nur in kleinen Schritten, Zentelgrad um Zehntelgrad. Denn „da unsere beiden Kirchenorgeln sehr ausgekühlt sind, darf die Temperatur nur ganz langsam in der Kirche hochgefahren werden, um Schäden an den Orgeln zu vermeiden“. Er sei zuversichtlich, das in der Adventszeit „wieder die für einen Kirchenraum angemessenen Temperaturen“ erreicht würden.

Warum sich die Heizungsarbeiten schwieriger gestalteten als zu Baubeginn gedacht, erklärte der GKR-Vorsitzende auch: Da die Pauluskirche über keinen eigenen Schornstein verfügt, ist der Heizkessel im Pfarrhaus nebenan untergebracht. „Probleme bereiteten die Abgasabführung im Schornstein des Pfarrhauses, das ebenso wie die Pauluskirche unter Denkmalschutz steht“, heißt es. Intensive Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde seien nötig gewesen, dann seien auch noch „Schwierigkeiten und Verzögerungen bei mehreren Gewerken“ aufgetreten. Weitere Probleme: „Zudem verzögerte sich die Lieferung des Gaszählers, der erst diese Woche eintreffen soll. Außerdem fehlt auch noch die elektronische Heizungssteuerung.“

Sie merken es schon, richtig beendet ist das Heizungsthema noch nicht. Doch die wichtige Nachricht lautet: Sie können in der Pauluskirche jetzt wieder Gottesdienste feiern, Adventskonzerten lauschen und beim Krippenspiel zusehen – ohne zu frieren. – Text: Boris Buchholz

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