Kultur

Vor unserer Haustür: Veranstaltungsreihe zur NS-Zwangsarbeit

Veröffentlicht am 20.01.2022 von Boris Buchholz

Vor 80 Jahren, im Jahr 1942, wurde Zwangsarbeit in Berlin zum Massenphänomen. Je länger der Krieg dauerte, desto größer wurde der Bedarf nach Arbeitskräften: 1942 schufen die Nationalsozialisten die Stelle des „Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“. Dahinter verbarg sich eine riesige Behörde, deren Ziel es war, die Verschleppung von immer mehr Menschen möglichst effektiv zu organisieren. In jedem Bezirk, in vielen Nachbarschaften entstanden Unterkunftslager für Zwangsarbeiter; viele Berliner Firmen profitierten von den Arbeitssklaven.

Zwangsarbeit in jedem Bezirk. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit hat zusammen mit den Regional- und Bezirksmuseen eine Veranstaltungsreihe konzipiert, die in jedem Bezirk Halt macht. Was geschah im Bezirk? Wo standen die Lager? Und wo wurden sie eingesetzt? Waren die Arbeitskolonnen für die Nachbarinnen und Nachbarn sichtbar? Was hat dieses Verbrechen, das vor unserer Haustür stattfand, mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun? „Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen Orte der Zwangsarbeit, die erst kürzlich ’neu entdeckt‘ wurden“, schreibt das Dokumentationszentrum. Geplant sind Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen.

Den Auftakt macht heute Abend das Bezirksmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Online-Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, den Link zur kostenlosen Teilnahme finden Sie hier auf villa-oppenheim-berlin.de/veranstaltungen. Nach Steglitz-Zehlendorf kommt die Reihe erst am 25. August – was dann genau auf dem Programm steht, wurde noch nicht veröffentlich. Ich halte Sie auf dem Laufenden – oder Sie schauen ab und an auf der Website des Dokumentationszentrums vorbei; dort finden Sie alle Termine in allen Bezirken aufgelistet.