Kurzmeldungen

Veröffentlicht am 09.01.2020 von Boris Buchholz

Ex-Fußgängerzone: Die Tempo-20-Schilder für den kleinen Teltower Damm werden ab 20. Januar montiert. Das Fußgängerzonen-Experiment am S-Bahnhof Zehlendorf ist krachend gescheitert. Wie berichtet hatten sich Autofahrer nicht an die Verkehrsregeln gehalten, Gewerbetreibende kritisierten die Einrichtung der Fußgängerzone, die Lieferzeiten konnten zeitlich nicht eingeschränkt werden. Also, so das Bezirksamt, werde die kleine Straße jetzt zum „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“. Fortan liegt die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 20, die Straße wird wieder zur Einbahnstraße, die nur in Richtung Martin-Buber-Straße befahren werden darf. Das Amt lässt die entsprechenden Schilder in der Woche vom 20. bis 24. Januar montieren.

Fotos von Lost Places: Potsdam Pirschheide, Stammbahn, Südgelände. Mein Kollege Henning Onken hat sich auf die Suche gemacht und spürte verfallenden Lokschuppen, verwaisten Brücken und verlassenen Bahntrassen nach. Die Anzahl der „verlorenen Orte“ in Berlin ist in den letzten dreißig Jahren stark geschrumpft, der Verwertungsdruck auf die Stadt ist hoch. Doch, so der Kenner: „Es gibt sie noch.“ Auf tagesspiegel.de hat er Fotos und Informationen über „verlorene“ Bahnhöfe und Gleise zusammengetragen. Sowohl der Bahnhof Zehlendorf Süd als auch der Güterbahnhof nördlich des Insulaners und die Ruine des Potsdamer Bahnhofs Pirschheide finden sich in seiner Sammlung wieder (und viele Orte mehr).

Filmdrehs in Steglitz-Zehlendorf: Auf dem absteigendem Ast. Im Jahr 2019 wurden im Südwesten nur noch 137 Drehgenehmigungen erteilt – 2017 waren es noch fast einhundert mehr gewesen (233). Die Filmcrews zog es es im letzten Jahr vor allem nach Charlottenburg-Wilmersdorf, 249 Mal wurden dort die Kameras aufgebaut und die Scheinwerfer angeschaltet (2017: 244). Auf Rang zwei liegt Friedrichshain-Kreuzberg mit 161 Drehanträgen (2018 war Xhain uneingeschränkter Spitzenreiter: 370 Produktionen wurden dort gedreht). Steglitz-Zehlendorf liegt knapp vor Tempelhof-Schöneberg (133) auf Platz 3. Auf den Bildschirm gebracht wurden diese Zahlen durch eine Anfrage der Linken im Abgeordnetenhaus; der rbb berichtete vorab online (hier zu lesen). Welche Kinofilme, Fernsehspiele, Spots, Streaming-Produktionen und Serien 2019 zwischen Glienicker Brücke und Bierpinsel abgelichtet wurden, geht aus der Antwort des Senats leider nicht hervor.

Bilanz: Über 150.000 Besucher beim Christmas Garden im Botanischen Garten. Die Veranstalter, das ist die DEAG mit der Christmas Garden Deutschland GmbH sowie die Concert Concept Veranstaltungs-GmbH, sind über den Besucherstrom seit Mitte November glücklich: „Die Resonanz der Besucher war wirklich überwältigend und die erzielten Besucherzahlen haben unsere Erwartungen noch einmal übertroffen“, erklärte DEAG-Vorstand Christian Diekmann. Und sein Geschäftspartner Lutz Grotehöfer von Concert Concept meinte zum Abschluss der Garden-Saison: „Die durchweg positive Rückmeldung zeigt uns, dass die Besucher eine wahrlich magische Reise genossen haben!“ Für die beiden Privatfirmen war der Lichter-Reigen also ein lohnendes Unterfangen. Ob und wie der Botanische Garten und das Botanische Museum von dem Spektakel profitiert haben, ist unklar: In der Abschlusspressemitteilung kam der Botanische Garten nicht zu Wort. – Text: Boris Buchholz

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Meine Themen aus dem aktuellen Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf – eine kleine Auswahl.

  • „Dann wirst du halt nur Banker“: Rap-Songs über Steglitz-Zehlendorf
  • SPD-Stadtrat Michael Karnetzki nimmt klar pro Stammbahn-Stellung: Die Alternative über die Wannseebahn sei „nicht zu Ende gedacht“
  • Der Südwesten sei zwar etwas träge, er könnte aber ein Zukunftslabor für Probleme des demographischen Wandels werden, meint Zukunftsforscher Matthias Sonk
  • 2029 will das Alliiertenmuseum im Ex-Flughafen Tempelhof angekommen sein – die meisten Großobjekte sind schon da. Eine erste Übersicht.
  • Das FUBIC verspätet sich um ein Jahr
  • Gedenkkonzert: „Jugend musiziert“-Preisträger spielen am Gendarmenmarkt für Rüdiger Trantow
  • Ganz Potsdam liest: Geschichten einer Fußpflegerin aus Marzahn
  • Von Seepferdchen und Seestuten: Ringelnatz-Abend in der Alten Dorfkirche
  • Mädchenpower: Computerspiel „Kampf um die Frauenrechte“ ist fertig
  • Die Deutsche Meisterschaft im Inline-Skaterhockey musste in Hilden stattfinden
  • Debatte um überfüllte Glas-Container: Berlin Recycling sieht Land und Bezirk in der Pflicht
  • Service für werdende Siebtklässler: Tage der offenen Schul-Türen im Überblick
  • …das alles und noch viel mehr Kiez-Nachrichten, Termine und persönliche Tipps finden Sie im Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf. Den gibt es kostenlos und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de

Zum Autor des Newsletters: Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer. Zwar wurde er in Wilmersdorf geboren, doch wuchs er in Lankwitz auf, besuchte in Steglitz das Gymnasium und wohnt in Zehlendorf. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an boris.buchholz@tagesspiegel.de

 

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