Namen & Neues

Klinikum-Geschichten: Wie geholfen wurde, eine Pandabärin zu beatmen

Veröffentlicht am 23.11.2017 von Boris Buchholz

Im vorletzten Newsletter hatten wir gefragt, was Sie mit dem Klinikum Benjamin Franklin, heute: Charité Campus Benjamin Franklin, für Geschichten verbinde. Leser Ulrich Frucht hat uns keinen Bären aufgebunden, sondern sich an eine Panda-Geschichte aus dem Jahr 1984 erinnert. Doktor Frucht war damals Oberarzt in der Klinikums-Klinik für Anaesthesiologie und operative Intensivmedizin der Freien Universität. Anfang Februar klingelte  während seines Nachtdienstes das Telefon: Der Tierarzt Gerhard Oechtering (1984 hieß er noch Gerhard Schmidt, er hat später geheiratet) aus der Tierklinik der FU war dran. Ob sie eine Pandabärin beatmen könnten. Nach dem „kundenfreundlichen Rolls-Royce-Prinzip ‚Unsere Antwort ist Ja, wie ist Ihre Frage?'“ sagte der Humanmediziner schnelle Hilfe zu. Wenig später schob er mit einem Mitarbeiter „Ausrüstungsgegenstände in einem hohen fünfstelligen Wert unbehelligt an dem schläfrigen Pförtner vorbei“ zu dem wartenden Lastwagen der Tierklinik.

In einem OP in der Düppeler Klinik „lag der aus der Nähe erstaunlich mächtige und keines­wegs putzige Pandabär, den man medikamentös ruhig gestellt hatte“. Mit einem „riesigen Tubus“ wurde die Pandadame intubiert und an das Beatmungsgerät vom Typ Bear angeschlossen. Die beiden Ärzte verbanden die Patientin noch mit einem EKG-Gerät und einem „Kapnometer für die kontinuier­liche CO2-Messung im Atemgas“ –  dann konnten die Düppeler Veterinäre arbeiten. Ulrich Frucht schreibt: „Leider waren alle verfügbaren intensivmedizinischen Maßnahmen vergeblich: Tien Tien ist am 8. Februar 1984 an einer Hirnblutung gestorben.“