Namen & Neues

Schulausschuss tagt in der Pestalozzi-Schule: Ein Runder Tisch soll gebildet werden

Veröffentlicht am 08.03.2018 von Boris Buchholz

Keine Mikrofone, nur drei Tische, alle saßen im Kreis, es war kaum zu unterscheiden, wer Politiker, wer Elternteil oder interessierter Bürger war: Zur Sitzung des Schulausschusses am Dienstagnachmittag war der Mehrzweckraum der Pestalozzi-Schule am Hartmannsweilerweg mit etwa 60 Menschen gut gefüllt. Hauptthema der Sitzung war nach den dramatischen Debatten und Wendungen in der vergangenen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung die Zukunft der Schule. Erst einmal wurden Pflöcke gesetzt: Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Kay Ehrhardt, fragte nach, ob der Beschluss der BVV, jegliche Aktivitäten, die zur Schließung der Schule führen könnten, einzustellen, bei der Verwaltung wirklich angekommen sei. Und Bau- und Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne), die den erkrankten Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) vertrat, stellte auch gegenüber Schulaufsicht und Schulamt klar, dass sich das Bezirksamtsgremium mit keiner Vorlage beschäftigen werde, die die Zukunft der Pestalozzi-Schule in Frage stellen würde.

Henning von Wittich, der neue Schul- und Sportsamtsleiter, beruhigte die Anwesenden. Der BVV-Beschluss sei verstanden: „Wir wollen zeitnah zu einem Runden Tisch einladen“, damit „die Schülerzahlen in der Zukunft nach oben gehen“. Schulleitung, Eltern, Stadtrat, Senatsschulverwaltung und das bezirkliche Schulamt würden an dem Runden Tisch beteiligt werden. Bisher sei nicht geplant, ergänzte Maren Schellenberg, dass Vertreter der Fraktionen in der BVV auch dazu kommen sollten – was einige der Ausschussmitglieder stark kritisierten.

Schulleiterin Sabine Wedekind stellte dar, dass die Pestalozzi-Schule „eine gut funktionierende Schule mit einem ausgezeichneten Konzept“ sei. Aus ihrer Sicht mache eine „einzügige Grundschule aus organisatorischen und pädagogischen Gründen gar keinen Sinn“. Ein Konzept für die Zweizügigkeit liege seit Jahren vor und könnte als Basis für die Gespräche am Runden Tisch dienen. Sie freue sich darauf, „gemeinsam in die konzeptionelle Diskussion zu gehen“. Doch es tropft der Wermut: Sabine Wedekind wird demnächst die Schule wechseln, sowohl die neue Schulleiterin als auch die Konrektorin werden dann nur kommissarisch beauftragt sein. Die Leiterin der Schulaufsicht, Heike Waldschütz, teilte mit, dass sie beide Stellen ausschreiben lassen werde, „sie werden zeitnah besetzt werden“.

Noch ein Wort zu den Eltern: Der Vorsitzende der Gesamtelternvertretung, Christian Meinke, freute sich auf die Arbeit am Runden Tisch. Zugleich sagte er aber auch deutlich, dass die Proteste der Eltern „kein Sturm im Wasserglas“ gewesen seien. Die Eltern der Grundschule und des Förderzentrums stünden zusammen und identifizierten sich mit ihrer Schule, „dafür gehen alle auf die Straße“. Die Eltern bleiben wachsam. Gut so.

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