Namen & Neues

Heute ist der 81. Jahrestag der Bombardierung von Guernica: Gedenken auf Sparflamme

Veröffentlicht am 26.04.2018 von Boris Buchholz

Was war das im letzten Mai für ein Geraune in der Bezirksverordnetenversammlung als eine Verordnete der AfD die Bombardierung Guernicas durch die deutsche „Legion Condor“ als „kriegstechnisch legal“ bezeichnete. Es stand drei Wochen nach dem 80. Jahrestag (!) der Antrag der Grünen zur Abstimmung, den 80. Jahrestag würdig zu begehen (noch ein !). Lukas Uhde (Grüne) sagte vor einem Jahr, dass der Antrag als politisches Zeichen für die Zukunft wichtig sei. CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke stimmten dem Antrag zu.

Schon vor einem Jahr zum 80. Jahrestag war der Platz kein würdiger Erinnerungsort. Bürger brachten die Wünsche vor, den Platz angemessener zu gestalten, ihn zu pflegen und zum Beispiel zwei Schwarzkiefern zu pflanzen, die auch in Spanien heimisch sind. Bis heute hat sich aber nichts getan. Das Grünflächenamt bestätigte mir, dass im Herbst zwar ein Ortstermin mit engagierten Bürgern stattgefunden habe, dass aber in der Schnittzeit (die endete am 1. März) keine Kapazitäten frei gewesen seien. So sei zum Beispiel die Brombeerhecke noch immer ein prägendes Element des Platzes.

Und was geschieht heute? Der Deutsch-Baskische Kulturverein lädt am heutigen Donnerstag zu 18 Uhr an den Guernica-Platz (Spanische Allee Ecke Breisgauer Straße) ein. Blumen werden niedergelegt, zwei baskische Musiker spielen und es werden Gedichte gegen den Krieg vorgetra­gen. Ob an der Gedenkveranstaltung ein Mitglied des Bezirksamts teilnimmt, blieb auf Nachfrage unklar. Im Büro der Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) war kein Termin bekannt, der stellvertretende Bürgermeister Michael Karnetzki (SPD) ist im Urlaub, Maren Schellenberg (Grüne) muss in den Bauauschuss. Seitens der Pressestelle wurde zum Guernica-Gedenktag keine Pressemitteilung versandt. Bleibt die Hoffnung, dass viele Bezirksverordnete heute Abend an der Veranstaltung teilnehmen.

Wenn der zu spät beschlossene Antrag im letzten Jahr ein politisches Zeichen für die Zukunft gewesen sei, dann wäre eine würdige Pflege und angepasste Gestaltung des Guernica-Platzes ein Jahr später die Manifestation dieses Zeichens gewesen. Wäre, gewesen, doch nur Worte?

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